In Pandemiezeiten in einen Swimmingpool zu springen, ist etwa so unwahrscheinlich, wie einen gut gemixten Cocktail serviert zu bekommen. Beidem an ein und demselben Ort zu begegnen, erscheint geradezu unerreichbar – weit außerhalb von 15 Kilometern und all den tapfer gepflegten Träumen. Bleibt nur, von diesem hellen, glitzernden Unterwasserblau zu träumen und auf die derzeit noch legale bayerische Variante (Stand: Ende Januar) auszuweichen: eiskalt dampfende Isar und frisches Schneeweiß unter den nackten Füßen. Dazu eine wärmende Thermoskanne in der Badetasche. Eisbaden ist alt, aber dass inzwischen in so vielen deutschen Gewässern von Nord bis Süd gebadet wird, ist neu. Bei um die null Grad ins Wasserbecken, in Bikini oder Badehose, Mütze anlassen, Hände und Arme über der Wasseroberfläche halten, wie eine Kreuzung aus Meditation und Mutprobe.
GetränkemarktWas anderes fühlen als Trott und Corona
Aus Heft 6/21
Lesezeit: 2 Min.

Die Schwimmbäder haben geschlossen. Wer das Unterwasser-Gefühl vermisst, muss also in den kalten Fluss – oder in Erinnerungen baden.
Von Lara Fritzsche
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