GetränkemarktWie man einen Drink spendiert

Aus Heft 45/21

Lesezeit: 2 Min.

Foto: Maurizio Di Iorio

Für eine fremde Frau etwas zu trinken zu bestellen, ohne übergriffig oder sogar bedrohlich zu wirken – das ist völlig zu Recht nicht einfach.

Von Tobias Haberl

I

Ich habe nie getindert, stelle es mir aber wahnsinnig langweilig vor: Noch vor dem ersten Date kennt man nicht nur das Gesicht (und womöglich andere Körperteile) des anderen, sondern weiß auch, was er oder sie gerne isst, trinkt, auf Netflix schaut und am Sonntagabend tut. Sorry, aber das erinnert mich stark an die Formulare, die mir die Krankenkasse gelegentlich zuschickt. Überhaupt, sich verabreden, nachdem man sich schon mal gegenseitig bestätigt hat, ist so ziemlich das Gegenteil einer erotischen Situation, nebenbei bringt es unsere spätmoderne Sehnsucht zum Ausdruck, dass wir bei allem, was wir tun, immer schon vorher wissen wollen, was hinten rauskommt. Wir nennen es effizient, manche sagen, das verhindere Streuverluste – und ahnen nicht, dass wir alles verpassen, was das Leben zu bieten hätte, weil sich das Glück ja auch auf umständlichen, ja anrüchigen Wegen an uns heranschleichen kann.

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