Die jahrtausendealte systematische Unterdrückung von Männern durch Frauen läuft bei uns zu Hause so: Mein Vater wird von meiner Mutter verbal geschockfrostet, wenn er es wagt, aus der Flasche zu trinken. Außerdem ist es Vorschrift, mit Messer und Gabel zu essen, seine eigene Wäsche auf rechts zu drehen, bevor sie in die Waschmaschine geräumt wird, Spülmaschine und Mülltonne müssen regelmäßig geleert werden, der Abwasch muss weg, und wenn er sich überhaupt nicht mehr bewegt und sich stattdessen vor allem aufs Essen verlegt, gibt es einen fünfzehnminütigen Impulsvortrag über fehlenden Sauerstoffgehalt im Blut, Organverfettung und die gesellschaftlichen Folgen. Tägliches Duschen, Rasieren und Brillesauberhalten ist Pflicht, der Konsum von Fußballfernsehen oder Tour-de-France-Ticker ist auf wenige Stunden am Nachmittag und frühen Abend beschränkt, Bücher gelten dagegen als angemessene Form der Zerstreuung.
GetränkemarktIt's a women's world
Aus Heft 27/20
Lesezeit: 2 Min.

Seit Jahrtausenden regieren Frauen diese Welt und halten die Männer klein. Doch es gibt erste, viel versprechende Schritte zur Gleichberechtigung. Und der Grund dafür ist: Artischockenlikör.
Von Simone Buchholz
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