GetränkemarktLieber Weinbrand-Willy oder Mineralwasser-Merkel?

Aus Heft 35/21

Lesezeit: 2 Min.

Foto: Maurizio Di Iorio

Die Welt ist zuletzt so aus den Fugen geraten, dass man ganz froh ist, wenn Politikerinnen und Politiker nicht auch noch Saufen wie in alten Zeiten.

Von Verena Mayer

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Vom G7-Gipfel in Cornwall ist mir ein Foto in Erinnerung geblieben. Angela Merkel, Emmanuel Macron, Ursula von der Leyen, Charles Michel und Mario Draghi sitzen auf einer Terrasse an einem kleinen Holztisch, sie haben halb leere ­Gläser vor sich und lächeln verkrampft in die Kamera. Die Szene fasziniert mich. Gruppenfotos bei internationalen Treffen sind ja normaler­weise ein Anlass, um Einigkeit zu inszenieren oder zumindest den Eindruck, alles unter Kontrolle zu haben. Diese fünf Politikerinnen und Politiker jedoch wirken wie Gäste eines Hochzeitsempfangs, die zufällig am selben Tisch gelandet sind und nun nicht wissen, wie sie die Zeit miteinander rumbringen sollen. Vor allem aber kann ich nicht aufhören, auf die Getränke zu starren: vier Mal Mineralwasser und vor Macron etwas Rotes, das aussieht wie Tomatensaft.

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