Als Kind hasste ich Sport, nicht nur ein bisschen, sondern mit Inbrunst. Es lag daran, dass ich Sport mit Sportunterricht in der Schule verband, mit Völkerball und dem Gefühl, eine ständige Enttäuschung für meine Mitspielerinnen zu sein, weil ich zwar ein dünnes Kind war – also so aussah, als wäre ich sportlich –, aber katastrophal im Werfen und Fangen. Wenige Erfahrungen sind für Kinder so gnadenlos wie die, im Sportunterricht als Letzte in ein Team gewählt zu werden, weil man’s einfach nicht bringt. Das Selbstbewusstsein, diese noch in den ersten Minuten der Stunde stattfindende Entwertung nicht persönlich zu nehmen, erreichte ich erst in der zwölften Klasse, als ich mich mit großem Ideenreichtum vom Sport selbst entschuldigte (»Ich habe meine Tage«, »Ich habe meine Tage immer noch«, »Ich habe meine Tage schon wieder, ja haha, bin auch überrascht«).
GesundheitIch und Sport? Jetzt schon!
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Im Schulsport lernte unsere Autorin, dass sie unsportlich sei – und glaubte das viel zu lange. Heute weiß sie, was für ein Quatsch das war – und mit welchem simplen psychologischen Kniff man auch spät im Leben noch sehr sportlich werden kann.
Von Theresa Hein