GesundheitIch will hier raus

Aus Heft 12/21

Lesezeit: 11 Min.

Draußen der unerreichbare Alltag, drinnen ewige Selbstbespiegelung. Ist das noch ein Leben?
Draußen der unerreichbare Alltag, drinnen ewige Selbstbespiegelung. Ist das noch ein Leben?
Myrzik & Jarisch

Unsere Autorin verlässt seit einem Jahr kaum das Haus – aus Angst zu sterben. Sie merkt: Alle Menschen werden Feinde, wenn man Hochrisikopatientin ist.

Von Susanne Schneider Fotos: Myrzik & Jarisch

H

Heute wollte ich den halben Tag wieder nur heulen. Ein schiefes Wort, und schon geht’s los. Das Schlimme: Das schiefe Wort muss niemand aussprechen, ich muss es mir nur denken. Ich habe keine Macht mehr über mich. Gummibärchen, Paläontologisches Museum, Rückfahrkarte – kein Gedanke ist schräg genug, dass mir nicht die Tränen runterliefen. ­Irgendein Bogen lässt sich immer schlagen. Zu Corona. Wenn ich das kriege, bin ich tot.

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