Fernsehen»Das Frauenbild im Fernsehen ist unterirdisch«

Aus Heft 2/24

Lesezeit: 17 Min.

Treffen sich drei Frauen und suchen den Witz. Schneeberger, May und Speidel (von li.) an einem warmen Wintertag 2023 vor dem großen Schnee in München.
Treffen sich drei Frauen und suchen den Witz. Schneeberger, May und Speidel (von li.) an einem warmen Wintertag 2023 vor dem großen Schnee in München. Sigrid Reinichs

Die Schauspielerinnen Michaela May, Jutta Speidel und Gisela Schneeberger fordern bessere Rollen für alte Frauen – und erzählen, was das Leben über sechzig an wunderbaren Überraschungen bereithält.

Interview: Lara Fritzsche und Claudia Tieschky Fotos: Sigrid Reinichs

SZ-Magazin: Sie drei sind seit Jahrzehnten in Film und Fernsehen zu sehen. Frau May und Frau Speidel, Sie kennen ein­ander noch aus der Filmreihe Die Lümmel von der ersten Bank aus dem Jahr 1969. Sie sind alle miteinander befreundet. Wie geht so was in Ihrer Branche?
Gisela Schneeberger: Das geht besser, als man sich von außen vielleicht vorstellt. Wir drei sind uns einfach sehr gewogen. Obwohl jede von uns etwa die gleiche Rolle spielen könnte. Sofern es überhaupt noch interessante Angebote für unser Alter gibt.
Michaela May: Wir wollen uns aber nicht von der Rollenarmut für ältere Frauen auseinanderbringen lassen. Es müsste einfach mehr komplexe Rollen geben.
Jutta Speidel: Ich glaube nicht mal, dass wir in guten Filmen die gleiche Rolle spielen könnten. So fühlt es sich nur an, weil wir inzwischen als Klischee-alte-Frau besetzt werden. Nur dadurch wirken wir austauschbar. Eigentlich sind wir doch sehr unterschiedlich.

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