FamilieDas Briefgeheimnis

Aus Heft 27/19

Lesezeit: 8 Min.

Mehr als 120 Briefe lagerten jahrzehntelang unangetastet in einer Schachtel – die Beileidspost aus dem Jahr 1943.
Mehr als 120 Briefe lagerten jahrzehntelang unangetastet in einer Schachtel – die Beileidspost aus dem Jahr 1943. Brandl-Utzt

Die Mutter unseres Autors verlor ihre Mutter bereits 1943, mit sieben. Ein Leben lang wusste sie wenig über die Frau, die sie geboren hatte – bis nun ein Stapel alter Briefe auftauchte.

Von Johannes Waechter Fotos: Brandl-Utzt

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Wie tief die Traurigkeit war, die meine Mutter noch in ihrem Herzen barg, bemerkten wir am 11. Dezember 2014, irgendwann zwischen 19 und 20 Uhr. Drei Tage vorher war ihr Bruder gestorben. Am Vorabend der Beerdigung traf sich die Familie im Haus des Bruders, aus dem man auf die schwäbische Kleinstadt Murrhardt blickt, in der meine Mutter aufwuchs. Meine Eltern saßen mit der Witwe des Bruders zusammen, seinen beiden Töchtern mit ihren Familien, zwei Neffen. Beim Abend­essen kam das Gespräch auf die Mutter meiner Mutter und ihrer Geschwister – Johanna Soehnle hatte sie geheißen, und sie war schon früh gestorben, im Januar 1943, als meine Mutter sieben Jahre alt war, ihre Schwester acht und ihr Bruder elf. »Wie war eure Mutter eigentlich so?«, fragte meine Cousine nun. »Was war sie für ein Mensch?«

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