FamilieGeteiltes Leid

Aus Heft 51/17

Lesezeit: 15 Min.

Jörg Drenkard auf dem reparierten Motorrad - normalerweise klebt vorne der Modellname »Ninja« - Drenkard hat stattdessen den Namen seines Sohnes angebracht.
Jörg Drenkard auf dem reparierten Motorrad - normalerweise klebt vorne der Modellname »Ninja« - Drenkard hat stattdessen den Namen seines Sohnes angebracht. Daniel Delang

Ein Ehepaar verliert sein einziges Kind durch einen Motorradunfall. Die Mutter will das Motorrad loswerden, um das Unglück verarbeiten zu können. Der Vater will es reparieren - aus dem gleichen Grund.

Von Manuel Stark Fotos: Daniel Delang

2. August 2015

Die Großmutter hätte aufs Motorrad spucken sollen. Doch genau wegen dieser Angewohnheit wollte Sven sie nicht mit seiner Maschine besuchen, die Großmutter hatte schon auf sein erstes Auto gespuckt, um allzeit gute Fahrt zu wünschen. Svens Eltern, Jörg und Elfi Drenkard, fahren also ohne ihn. Erzählen der Großmutter, dass Jörg und Sven gemeinsam den Motorradführerschein gemacht haben. »Mach dir keine Sorgen«, sagt Jörg Drenkard am Kaffeetisch zu seiner Mutter. »Sven ist vorsichtig. Der bleibt lieber zehn Stundenkilometer unter als über dem erlaubten Limit. Da passiert nichts.«

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