FamilieAus den Angeln gehoben

Aus Heft 27/16

Lesezeit: 9 Min.

Wenn man von seinem Kind verstoßen wird, denkt man auch an seine eigene Kindheit zurück.
Wenn man von seinem Kind verstoßen wird, denkt man auch an seine eigene Kindheit zurück. Bianca Bagnarelli

Der Sohn bricht den Kontakt zur Mutter ab. Sie verliert damit nicht nur ihn, sondern auch die gemeinsame Vergangenheit. Hier erzählt die Mutter unter Pseudonym ihre Geschichte.

Von Anna Maria Meierhofer Illustration: Bianca Bagnarelli

I

Ich habe mein Kind verloren. Und das Traurigste daran ist: So, wie die Dinge stehen, will ich es nicht zurück. Mein Sohn, ältestes meiner vier Kinder, verabschiedete sich aus meinem Leben. Oder er warf mich aus seinem. Wie immer man’s nimmt. Er schrieb mir eine – vorerst – letzte E-Mail mit den schon üblichen Vorwürfen, Beschimpfungen, Beleidigungen, und am Ende den Satz: »Ich will für den Rest meines Lebens nie wieder von dir hören!« Sieben Jahre ist das jetzt her.

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