Sie heißen Gülsüm, Hatice, Hergiz, Sevda, Sennur, Esma und Gülten. Ihr Tag begann um 7.30 Uhr mit einem Frühstück zwischen den Reben. Ein paar Tomaten, Brot, Oliven und etwas Käse. Jede der Frauen hat etwas von zu Hause mitgebracht. Gemeinsam haben sie gegessen, gemeinsam arbeiten sie nun im Weinberg. Gülten Kartaş, 61 Jahre alt, lilafarbene Pluderhose, Gummistiefel und weißes Kopftuch, das sie vor der Son-ne schützt, beugt sich zu den Rebstöcken hinunter wie zu einem Kind. Mit den Händen zupft sie einige der grünen Triebe und lässt sie zu Boden fallen. »Ausbrechen« nennt sich diese Art der Pflege, bei der überschüssige Triebe entfernt werden. Weinstock um Weinstock, Zeile um Zeile rücken die sieben Frauen vor. Dabei plaudern, lachen oder schweigen sie. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Kartaş hier in den Weinbergen in der Nähe von Akhisar im ägäischen Hinterland der Türkei.
Essen und TrinkenWarum Weinbau in der Türkei Frauensache ist
Aus Heft 24/26
Lesezeit: 10 Min.

Werbung für Alkohol ist verboten, der Verkauf eingeschränkt, die Steuerlast hoch: Wein zu produzieren ist in der Türkei alles andere als leicht. Dabei ist das Potenzial groß – und das haben vor allem Winzerinnen erkannt.
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