ProvenceDie Rückkehr der Mandelblüte

Aus Heft 13/26

Lesezeit: 7 Min.

Erst Anfang März brechen die Knospen auf: Mit spätblühenden Sorten versucht der Mandelbauer Fabien Dauphin, dem Frost etwas entgegenzuhalten.
Erst Anfang März brechen die Knospen auf: Mit spätblühenden Sorten versucht der Mandelbauer Fabien Dauphin, dem Frost etwas entgegenzuhalten. Foto: Jeremy Suyker

Früher standen in der Provence Abertausende Mandelbäume, dann verschwanden sie fast. Nun hat ein Unternehmer, der traditionelles Mandelkonfekt herstellt, viele neue Bäume gepflanzt – kämpft aber gegen einen nahezu unbesiegbaren Gegner.

Von Tom Gath, Fotos von Jeremy Suyker

I

In der französischen Kleinstadt Forcalquier geht Olivier Baussan durch eine ehemalige Schmiede, in der seit Jahrzehnten kein Hammer mehr auf Eisen trifft. Vor einer wuchtigen Holzkommode bleibt er stehen. Darauf, angestrahlt von Deckenlampen: Keksdosen mit Ornamenten wie aus einem anderen Jahrhundert. »Das ist alles neu«, sagt er und wiederholt: »Alles komplett neu«, als könne er selbst kaum glauben, dass die Gegenwart hier aussieht wie die Vergangenheit. Die Vorlagen der nostalgischen Motive auf den Blechdeckeln habe er persönlich gezeichnet, den Laden erst vor ein paar Jahren eröffnet. Der Mann mit dem grauen Bart liebt Geschichte. Er zeichnet sie, er erzählt sie. Und schließlich verkauft er sie, in Schachteln verpackt und in Flakons gefüllt.

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