Auf Absatzschuhen gleitet meine Oma durch ihre reinweiße Küche. Ihre Handgriffe sind langsam, aber bewusst und routiniert. Als ich klein war, haben ihre Finger oft meine gewärmt, weil sie immer kalt waren. Jetzt fügen die feingliedrigen, mit vielen Ringen bestückten Hände hier eine Prise Zucker hinzu und prüfen dort eine Kartoffel auf Triebe. Es duftet nach sauren Gürkchen und der Stärke köchelnder Kartoffeln.
Essen und TrinkenOmas kulinarisches Erbe
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Jahrzehntelang hat die Großmutter unserer Autorin an Weihnachten für die Familie gekocht. Doch irgendwann schaffte sie es einfach nicht mehr. Wie lassen sich Traditionen bewahren, wenn sie verändert werden müssen? Und welches Geheimnis steckt hinter Omas Kartoffelsalat?
Von Miriam Hinternesch