In seiner Jugend hatte Hermes Gehnen zwei Hobbys. Erstens: die Zucht. Kriechtiere, Fische, Schildkröten, Echsen, die er in einem acht Quadratmeter großen Terrarium mit selbst angelegtem Teich im Keller seines Elternhauses aufzog. Die Leguane waren irgendwann so groß, dass seine Mutter sie an einen Zoo verschenkte. Zweitens: »Fine Dining«, das Essen in Sternelokalen. Hermes habe bei Familienurlauben die Restaurants schon Monate im Voraus reserviert, erzählt seine Mutter Hui Gehnen-Jin, und wenn seine Klassenkameraden im »McDonald’s« saßen, wartete er draußen auf sie: »Er hätte nie einen Fuß dort hineingesetzt.«
Essen und TrinkenStörmanöver
Aus Heft 11/20
Lesezeit: 7 Min.

Seitdem Störe nicht mehr wild gefangen werden dürfen, kommt der beste Kaviar der Welt aus chinesischen Aquakulturen. Ein 23-jähriger Münchner holt eine Auswahl davon nach Europa – und begeistert die Sterneküche.
Von Kerstin Greiner Fotos: Markus Burke
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