In einer Kleinstadt in Oberfranken läuft ein Countdown. Mateo hat auf seinem Handy einen Alarm gestellt: noch zwei Monate, zwei Tage, fünf Stunden, 21 Minuten und 13 Sekunden. Dann, sagt er, ist chega de sorvete: Schluss mit Eis. Mateo ist Mitte 20 und arbeitet in einer Eisdiele. Seit vielen Jahren hört er sich denselben Satz sagen: »Diese Saison ist die letzte.« Dieses Jahr will er ihn endlich wahr machen.
Essen und Trinken»Wir werden in Deutschland wie Sklaven behandelt«
Aus Heft 34/26
Lesezeit: 15 Min.

Eis steht für Sommer und unschuldige Freude. An manchen Orten aber auch für Ausbeutung und Stress.
Foto: Tanja KernweissIn vielen deutschen Eisdielen arbeiten Brasilianer und Brasilianerinnen aus der Gemeinde Urussanga. Das ist kein Zufall, sondern das sonderbare Ergebnis einer Naturkatastrophe in Italien, globalisierter Hoffnung und lokaler Ausbeutung.
Von Stéphanie Mercier
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