Kürzlich traf ich einen Freund in Tallinn. Leo lebt in Riga und kam mit dem Bus die 300 Kilometer an der Küste hoch. Der Krieg hatte schon begonnn. Viele Büros der russischen Botschaft in der Altstadt waren verlassen, Estland hatte gleich die allermeisten russischen Diplomaten aus dem Land geschmissen, nicht nur einige wie bei uns. Auf einem Absperrgitter davor hingen rot gefärbte Babystrampler neben Protestplakaten. 200 Meter entfernt liegt das Restaurant Odessa, benannt nach der Stadt am Schwarzen Meer, der Heimat des ukrainischen Ehepaares, das das Restaurant führt. An den Wänden hängen Schwarzweißfotos vom unbeschwerten Strandleben vor dem Krieg. Die Restaurant-Besitzerin erzählt nach dem Essen, dass ihr Mann und sie zuletzt im Februar in Odessa zu Besuch bei den Eltern waren. Sie reisten am 23. Februar ab, einen Tag vor dem Kriegsbeginn. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass es so weit kommen würde.
Essen und TrinkenDas Bauchgefühl der Ukraine
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Auch in Polen, Belarus, dem Baltikum und Teilen Russlands ist Borschtsch, die typisch ukrainische Rote-Bete-Suppe, verbreitet. Über ein völkerverbindendes Gericht – und dessen unterschiedliche Rezepte.
Von Lars Reichardt