Essen und TrinkenWie ich lernte, meinen Bauch zu verstehen

Lesezeit: 8 Min.

Foto: David Malan / Getty Images

Ein Viertel der Menschen leidet unter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt – viele tun sich schwer, die Ursachen dafür zu finden. Dabei sagt einem der Bauch klarer als jedes andere Organ, wie es einem geht und was man braucht. Man muss nur zuhören.

Von Daniela Gassmann

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Das Verhältnis zwischen mir und meinem Bauch überdachte ich zum ersten Mal auf einer zerlöcherten Yogamatte. Im Lockdown vergangenen März hatte ich mich von Infektionszahlen, Arbeit und Projekten in Schach halten lassen, um mich nicht mit meiner Unsicherheit auseinandersetzen zu müssen. Nach zwei Wochen und einem wichtigen Interview fand ich, jetzt wäre doch mal Zeit für Entspannung. Ich legte mich rücklings auf die Aldi-Matte, auf der ich oft wild gecampt und öfter gepicknickt hatte, aber noch nie einen herabschauenden Hund gemacht. Die Füße hüftbreit, Hände auf den Bauch: Eine Freundin gab eine Yoga-Einheit, anderthalb Stunden innere Ruhe, gratis über Zoom, genau was ich brauchte. »Spüre deinen Atem, wie er in deinen Bauch fließt«, sagt sie sanft. Ich atmete und spürte – inneren Lärm. Es war ein pochender, rasender Schmerz. Angst, Übelkeit, falsch gegessen, zu wenig gegessen, keine Ahnung, was da vor sich ging, aber es war viel zu viel. Keine drei Minuten hielt ich die Übung aus. Was dagegen lange blieb, war die Frage, wie ich das alles vorher hatte überhören können.

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