Design & WohnenDas Wohnzimmer

Aus Heft 15/16

Lesezeit: 1 Min.

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Sofas in deutschen Wohnzimmern sind häufig beige. Und aus Velours. Eine Erklärung.

Von: Barbara Höfler

E

Es ist aus beigem Velours. Es bildet ein L. Und es hat zwingend einen Sessel-Satelliten: So sieht laut der Werbeagentur Jung von Matt das Sofa-Arrangement im durchschnittsdeutschen Haushalt aus. Die Hamburger Werber haben diese Sofalandschaft nicht nur statistisch errechnet, sondern auch in einem Durchschnittswohnzimmer namens »Wozi« verbaut. Wir sehen darin ein Sofa vom Charisma einer schwäbischen Frühstückspension: familiär, günstig, scheingemütlich. Wie so was ein Erfolgsmodell werden kann, darüber schweigt die Statistik. Wir wissen es: Das Sofa ist das schwerste Möbel der Wohnung. Nicht kilomäßig. Ideell. Und jeder sieht sich irgendwann mit der Anschaffung konfrontiert. Denn das Sofa ist das Möbel der Freizeit, jeder hat Freizeit, und wenn nicht, tut er wenigstens so.

Dabei führt der Sofakauf unmittelbar in eine Lebensbilanz, die nur mit dem Autokauf vergleichbar ist: Was brauche ich (einen Kombi), was will ich (einen Porsche), was kann ich mir leisten (Dose Thunfisch)? Beim Autokauf spricht das letzte Wort die Vernunft. Beim Sofakauf fängt es mit ihr an: Kann ich mich darin überhaupt entspannen, oder reicht statt der tiefergelegten Designer-Ottomane die Sofaattrappe von Ikea? Brauche ich einen Zwei-, Drei- oder Viersitzer? Anders: Habe ich Freunde, die mit mir darauf sitzen? Was, wenn ich mal Kinder will? Wäre abwischbares Leder dann nicht ideal? Und wer schon Kinder hat: Will ich nicht lieber einen Einsitzer und Ruhe vor Balg und Brösel? Zu viele Unwägbarkeiten, zu viele unangenehme Fragen. Die durchschnittsdeutsche Antwort lautet offensichtlich dann: beiges Velours. Und der Kauf des eigentlichen Traumsofas wird auf irgendwann vertagt. Schade, denn das Sofa zu finden, das zum Leben passt, kann auch bedeuten, das Leben zu finden, das zum Traumsofa passt.

Die Papiervase »Bazaar« stülpt man über eine passende Glasvase oder eine abgeschnittene Plastikflasche. octaevo.com
Die Papiervase »Bazaar« stülpt man über eine passende Glasvase oder eine abgeschnittene Plastikflasche. octaevo.com
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Dank seines Fußes aus poliertem Edelstahl schimmert der Beistelltisch »Pli« von Victoria Wilmotte wie ein Edelstein. classicon.com
Dank seines Fußes aus poliertem Edelstahl schimmert der Beistelltisch »Pli« von Victoria Wilmotte wie ein Edelstein. classicon.com
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Eines für alles: Bettsofa »Twins« von Antonio Citterio. flexform.it
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Die Tischleuchten »Turn On« von Wrong for Hay haben den Dimmer schon eingebaut. found4you.de
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Bodennah: Jan Kaths Teppich »Jungle« zeigt Baumkronen des asiatischen Urwalds von unten. jan-kath.de
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Liegender Teppich: Diwan »Daydreamer« von Jan Kath. jan-kath.de
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Doppeldecker: Nierentisch »Tilio« von Stephan Veit, mit drehbarer zweiter Tischplatte. leolux.com
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Für den rechten Winkel: Beistelltische »Ascot«. jori.com
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Was für ein Tor: Decke »Love Berlin« von Zöppritz aus extraweicher Baumwolle. store.jagzoeppritz.com
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Tonangebend: Schränkchen »Caruso« mit eingebautem Bluetooth-Hifi-System und Trichterlautsprecher, von Paolo Capello. miniforms.com
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Gedächtnisstütze: Schreibtischaufsatz von Philippe Nigro für Driade und Moleskine aus der Serie »Portable Atelier«. driade.com
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Leichtfuß: Stuhl »Ease« von Gareth Neal. amuralab.com
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Fällt aus dem Rahmen: Fernseher »Serif« von Ronan und Erwan Bouroullec. samsung.com/de
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Die schimmernde Duftkerze »Oil Candle Medium« von Tom Dixon riecht nach diversen Edelholzölen. tomdixon.net
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Salonlöwe: Sessel »375« aus der Classic Edition. walterknoll.de
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Das Regal »Zig Zag« von Konstantin Grcic hat verstellbare Buchstützen. shop.mohd.it
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Produktauswahl: Simona Heuberger und Nadja Tadjali; Fotos: Jenny Brandt / dosfamily, zoeppritz since 1828 (1)

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