Das RezeptMohnkuchen mit Holunderblüten und Erdbeeren

DK Verlag/Elena Heatherwick & Joe Woodhouse

Ein ukrainischer Aberglaube besagt, dass Holunder Unheil bringe. Köchin Olia Hercules verarbeitet ihn trotzdem zu einem teuflisch guten Mohn-Erdbeer-Kuchen.

Von Olia Hercules

Der Holunder wird seit Jahrhunderten mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Diese Passage aus einem alten ukrainischen Buch ist nur ein Beispiel: »...der Holunder wurde vom Teufel erschaffen. Der Teufel hat ihn gepflanzt und nun sitzt er für immer unter ihm. Um den Teufel nicht zu ärgern, sollte daher ein Holunderstrauch nie mitsamt seinen Wurzeln ausgegraben werden, sondern da bleiben können, wo immer er ist. Dort wo der Stumpf eines Holunders zu sehen ist, sollte man kein Haus bauen, denn dort ist das Versteck des Teufels. Wenn du an diesem Ort baust, werden deine Kinder krank und sterben, ebenso wird dein Vieh krank und wird sich nicht vermehren. Siehst du einen jungen Holunderschössling in deinem Gemüsebeet oder in deinem Feld, dann streiche deine Hacke dick mit Salo (gepökelter Schweinespeck, Anm. der Redaktion) ein, den ein Priester gesegnet hat. Man sollte unter einem Holunderbusch nicht sitzen oder liegen, denn dann kann man ernsthaft erkranken.«

Vor dem Hintergrund solcher Weisheiten zögern selbst fort- schrittliche Menschen auch heute noch, Holunderblüten zu verwenden. Eine Schande, denn in der Ukraine wachsen zahllose Holundersträucher.

Vorbereitungszeit
40Min.
Backzeit
40Min.
Schwierigkeit
mittelschwer
Menge
für4 Personen

Zutaten

    • Öl oder Butter für die Form
    • 5 Eier, getrennt
    • 250 g feiner Zucker
    • etwas Essig (oder Zitronensaft)
    • 200 g Mehl
    • 2 EL Mohnsamen
    • 1 Handvoll Holunderblüten zum Garnieren (nach Belieben)
  • Für die Füllung

    • 400 g Schlagsahne
    • 100 g feiner Zucker
    • 75 ml Holundersirup
    • 500 g Erdbeeren, entstielt und geviertelt

Zubereitung

  1. 1.

    Den Backofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen und eine runde Backform (Ø 22 cm) mit etwas Öl oder Butter einfetten.

  2. 2.

    In einer großen Schüssel die Eigelbe mit der Hälfte des Zuckers mit dem Handrührgerät verrühren, bis die Masse luftig und hell ist. In einer zweiten Schüssel die Eiweiße mit etwas Essig schaumig rühren. Dann nach und nach den restlichen Zucker hinzufügen und aufschlagen, bis sich leichte Zipfel bilden. Die Mohnsamen mit dem Mehl in einer dritten Schüssel vermischen.

  3. 3.

    Den Eischnee zur Eigelbmischung geben, dabei zunächst 1 EL ein- rühren, um die Mischung aufzulockern. Die restliche Eischneemasse unterheben. 2 EL Eischnee zurückbehalten. Mehl und Mohnsamen untermischen und die restlichen 2 EL Eischnee dazugeben. Den Teig in die Form geben und 40 Minuten backen, bis an einem Holzstäbchen, das in die Mitte eingeführt wird, nichts mehr haften bleibt. Den Kuchen zum Abkühlen auf ein Kuchengitter geben.

  4. 4.

    Inzwischen für die Füllung Schlagsahne und Zucker steif schlagen, bis sich Zipfel bilden.

  5. 5.

    Den Kuchen waagerecht durchschneiden und die Schnittflächen mit Holundersirup beträufeln. Dann die untere Kuchenhälfte mit der Hälfte der Sahnemischung und der Erdbeeren belegen, mit der oberen Kuchenhälfte bedecken und den Rest der Sahnemischung darauf verteilen. Nun die restlichen Erdbeeren daraufgeben und mit Holunderblüten (nach Belieben) bestreuen.

Auszug aus: »Landküche. Traditionelle Rezepte und Geschichten aus der Ukraine« von Olia Hercules, erschienen im DK Verlag
Auszug aus: »Landküche. Traditionelle Rezepte und Geschichten aus der Ukraine« von Olia Hercules, erschienen im DK Verlag DK Verlag/Elena Heatherwick & Joe Woodhouse
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