Ich war kein sportliches Kind. Auf Klettergerüsten hatte ich Angst, konnte mich nie irgendwelche Seile oder Baumäste hochziehen und wenn am Schuljahresende bei Sport eine Zwei im Zeugnis stand, fragte mein Opa, wie ich das geschafft hätte. Ich habe es trotzdem immer wieder probiert: schwimmen, tanzen, joggen, Fitnesskurse. Als junge Erwachsene habe ich akzeptiert, dass Sport einfach nicht mein Ding ist. Flowzustände, Kopf frei kriegen, das erlebte ich bei anderem. Wie ich das schwitzend durch die Stadt rennend erreichen sollte, keine Ahnung. Dann riss ich mir das Kreuzband (beim Fahrrad fahren) und musste mich mit Ende zwanzig entscheiden: Muskeltraining oder für immer ein instabiles Knie. So entdeckte ich einen Turnverband um die Ecke und weil es mir im Fitnessstudio bald zu öde wurde, schaute ich in den Kursplan und notierte. »Mittwoch: Complete Body Workout«. »Donnerstag: Bauchtanzen.« Bei beidem bin ich nie angekommen, denn als erstes bin ich zu »Dienstag: Boxen für Frauen« und habe mich verliebt. Erstmals in meinem Leben sage ich Freundinnen und Freunden seither ab, weil ich Training habe, manchmal sogar am Freitagabend.
das erste malSchläge auf die Nase tun besonders weh
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Unsere Autorin war eher unsportlich – bis sie Boxen für sich entdeckte. Es hält fit, baut Stress ab und stärkt das Selbstbewusstsein. Warum es gut tut in einer Zeit, in der Konflikte oft um jeden Preis vermieden werden, mal richtig draufzuhauen.
Von: Susan Djahangard
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