Das Beste aus aller WeltDer Überdruss an den Dingen

Aus Heft 46/23

Lesezeit: 2 Min.

Illustration: Dirk Schmidt

Alles ist voll mit Gegenständen, die man nicht braucht. Warum kommen trotzdem ­ständig noch neue hinzu, fragt sich unser Kolumnist nach dem Kauf einer völlig überflüssigen Putzbürste.

Von Axel Hacke

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Neulich abends habe ich – halb ohnmächtig vor Müdigkeit – mich kurz aufs Sofa gesetzt (warum bin ich nicht gleich ins Bett gegangen?!), habe in mein Handy geschaut (das ist doch verboten, alter Junge!) und habe in der Werbung auf irgendeiner Nachrichtenseite (du sollst abends keine Nachrichten mehr anschauen, die Schlafqualität leidet, Mann!) eine elektrische Putzbürste entdeckt, mit der angeblich alle Japaner ihre Küchen und Bäder, Reisschalen und Schuhe, Sushi-Platten und Bonsai-Töpfe, ja überhaupt alles reinigen – ich vermute, sie kitzeln sogar die Umstehenden in der wie immer auf die Sekunde pünktlichen U-Bahn damit, sodass diese fröhlich kichernd einen neuen Tag voller Überstunden beginnen, ja, sie putzen auch alle Treppengeländer auf diese Weise, bevor sie diese berühren, und schrubben am Ende die Brennstäbe ihrer Atomkraftwerke surrend auf Hochglanz.

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