Eine Leserin schrieb mir liebenswürdig, lobte meine Arbeit, stellte sich vor. Sie sei 80 Jahre alt und würde gerne den Brief aus dem Büro erhalten, den ich monatlich kostenlos verschicke. Ich dankte und bat sie, den Link unter meiner Mail anzuklicken, dann komme der Newsletter bald. Sie dankte »für den Hinweis, denke jedoch, dass Sie nicht selbst antworten, sondern ein KI-gesteuerter Sekretär diese Arbeiten für Sie erledigt«. Ich: »Ob Sie es glauben oder nicht, hier sitze ich und schreibe, KI kommt hier nicht zum Einsatz.« Sie: »Das wäre unfassbar, lieber Herr Hacke, ein vielbeschäftigter Schriftsteller hat keine Zeit, sich mit seinen Leserinnen zu ›unterhalten‹ – niemals!«
Axel HackeNur echt mit dem Schnulp
Aus Heft 37/26
Lesezeit: 3 Min.

Die Korrespondenz mit einer Leserin verunsichert unseren Kolumnisten nachhaltig. Wird er dank KI bald zu seinem eigenen digitalen Doppelgänger?
Von Axel Hacke
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