Das Beste aus aller WeltUnter Viren-Beschuss

Aus Heft 51/20

Lesezeit: 2 Min.

Illustration: Dirk Schmidt

Amtliche Dokumente versprühen selten Magie. Die Impf-Bescheinigungen, die unser Kolumnist in einem alten Ordner entdeckte, aber schon.

Von Axel Hacke

I

Im ältesten Aktenordner, den ich besitze, habe ich mein Zeugnisheft aus der Grundschule gefunden, darin die Bemerkungen über mein Verhalten in der ersten Klasse: »Axel ist ruhig und zurückhaltend, aber recht eifrig. Das Lesen ist sehr gut.« Gleich hinter dem Dokument finde ich, vor meiner Geburtsurkunde, eine Klarsichthülle mit Zetteln und amtlichen Bescheinigungen. Eine davon – sie stammt vom 25.1.1956, da war ich fünf Tage alt – weist meine erste Impfung überhaupt nach, gegen Tuberkulose. Sogar die Nummer des Impfstoffs ist vermerkt. Blöderweise hat mein Vater an dieser Stelle die Karte gelocht, um sie abzuheften. So ist nur die letzte Zahl erkennbar, eine 4. Schade eigentlich. Vielleicht gibt es, Klassentreffen ähnlich, ab und zu Versammlungen von Leuten mit der gleichen Impfstoffnummer. Könnte man mal hingehen. Obwohl, das ginge ja jetzt auch nicht mehr, zu viele Haushalte.

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