Das Beste aus aller WeltJeder schmatzt für sich allein

Aus Heft 37/20

Lesezeit: 2 Min.

Illustration: Dirk Schmidt

Die gemeinsame Mahlzeit im Familienkreis scheint dem Untergang geweiht. Wie kann man sie retten?

Von Axel Hacke

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Der Soziologe Georg Simmel veröffentlichte 1910 in Der Zeitgeist, einer Beilage des Berliner Tageblatts, einen Aufsatz mit dem Titel Soziologie der Mahlzeit. Darin schrieb er: »Von sehr tief stehenden Völkerschaften wissen wir, dass sie nicht zu bestimmten Stunden, sondern anarchisch, wenn ein jeder gerade Hunger hat, essen.« Er fuhr fort: »Die Gemeinsamkeit des Mahles aber führt sogleich zeitliche Regelmäßigkeit herbei, denn nur zu vorbestimmter Stunde kann ein Kreis sich zusammenfinden – die erste Überwindung des Naturalismus des Essens.«

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