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Wirbel um Hochzeit in Monaco:Die Braut geht Monegassi

Es soll ein Millionenspektakel werden, ein Staatsakt. Und nun das: Unmittelbar vor der Hochzeit verdichten sich die Gerüchte, die Polizei habe Charlene Wittstock am Flughafen von Nizza den Pass abgenommen, um sie an der Flucht nach Südafrika zu hindern. Wird die Fürstenhochzeit platzen?

Natürlich soll sie opulent geraten und ökologisch einwandfrei, die Hochzeit zu Monaco. Eine Familienfeier der Monegassen und ein Fernseh-Spektakel für Millionen. Liebesheirat und Staatsakt. Ein Fest der Unmöglichkeit? Fürst Albert II. und seine Berater wollen es zumindest versuchen.

Fuerst Albert II. von Monaco und Charlene Wittstock

Charlene, eine Braut, die sich nicht traut - was ist dran an den Gerüchten?

(Foto: dapd)

Seit Monaten, ja seit einem Jahr, planen sie daran, die 48 Stunden von diesem Donnerstagabend bis Samstagabend zu einem Freudenreigen zu machen, für das Paar, Monaco und die Welt. Die Prinzen-Hochzeit von London soll verblassen, und das Fürstentum wieder jenen Glanz bekommen, den es zu Zeiten Rainiers und Grace Kellys hatte.

Nun muss noch die Braut mitmachen, Charlene Wittstock, jene 33 Jahre alte Ex-Schwimmerin aus Südafrika, der die Höflinge in Monaco die Grazie einer Gracia Patricia beizubringen versuchen. "Ich habe fünf Jahre lang das Protokoll des Palasts studiert, jetzt fühle ich mich gewappnet", sagte sie.

Die blonde, blauäugige Frau mit deutschen Vorfahren verbrachte ihre Jugend in Schwimmbassins und bevorzugte, wenn sie mal aus dem Wasser stieg, Jeans, T-Shirt und Flip-Flops. Nun trägt sie Armani, erlesenen Schmuck und einen Dutt wie einst die Schwiegermutter. In Monaco wird getuschelt, auch ihr Gesicht wirke verändert. Glücklicher als zu Schwimmerzeiten sieht Mademoiselle, wie sie in Monaco noch genannt wird, nicht unbedingt aus.

Eine Braut, die sich nicht traut?

"Nuages sur le mariage", reimt die Zeitung Le Parisien, "Wolken über der Hochzeit". Wolken? Im Juli? An der Côte d'Azur? Vielleicht ist es nur heiße Luft, das Gerücht, Charlene sei eine Braut, die sich nicht recht traut. Doch es verdichtet sich von Tag zu Tag. Der konservative Figaro, der beste Kontakte in die französische Regierung, die Oberaufsicht Monacos, hat, schreibt am Donnerstag, die Vermutungen beruhten auf einer Quelle in der monegassischen Polizei. Ein Beamter habe ausgeplaudert, seine Kollegen hätten Charlene am Flughafen Nizza kurz vor der Abreise gestoppt und ihr sogar den Pass abgenommen. Eine andere "sehr vertrauenswürdige" Quelle habe das bestätigt.

Bereits am Dienstag hatte die Internetseite des Wochenmagazins L'Express berichtet, die Braut habe nach Südafrika fliehen wollen. Angeblich soll sie erfahren haben, dass "das Privatleben von Albert nicht so beispielhaft ist, wie sie dachte". Sie sei erst in Nizza mit Hilfe von Unterhändlern Alberts umgestimmt worden. Über einen möglichen Seitensprung des Fürsten wird spekuliert, und über ein weiteres uneheliches Kind. Albert hat bislang zwei Kinder aus verschiedenen Beziehungen anerkannt.

Auf dem "Rocher", dem Felsen, auf dem der Fürstenpalast steht, schlugen die Berichte mitten in die letzten Vorbereitungen ein. Der Palast dementierte sie und erklärte: "Diese Gerüchte haben nur das Ziel, das Bild des Fürsten und damit auch von Fräulein Wittstock zu beschädigen." Ein Anwalt Alberts drohte dem L'Express mit rechtlichen Schritten, sah dann aber davon ab.

Vertraute des Fürsten äußerten sich alarmiert in den Medien. So sagte Stéphane Bern, einer seiner Berater, die Absicht, die Fürstenfamilie zu beschmutzen, sei ekelhaft. "Eine Frau kann sehr leicht behaupten, schwanger vom Prinzen zu sein. Man wird drei Tage vor der Hochzeit keinen DNS-Test machen." Wirklich vertrieben hat Bern mit dieser Äußerung die Gerüchte nicht.

Albert und Charlene

Szenen einer Beziehung

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