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"Wie ich euch sehe" zu Verkäufer:Manche Kunden sind schwierig

Was das Thema Umtausch betrifft: Es ist absolut nicht in Ordnung, wenn ihr einen auf Kindergröße geschrumpften Filzklumpen zurückbringt und behauptet, ihr hättet das Stück mit der Hand gewaschen. Ich sehe auch sofort, wenn eine Jacke, die ihr umtauschen wollt, getragen wurde. Dann ist das Innenfutter zerknittert. Manchmal stinken die Sachen richtig. Das finde ich schon sehr dreist.

Überhaupt, dieser ganze Umtauschwahnsinn nervt. Schließlich ist Ware reduziert, weil sie abverkauft werden soll und wir sie nicht drei Wochen später wieder im Laden haben wollen. Es ist reine Kulanz, wenn wir die Sachen zurücknehmen. Also achtet bitte darauf, dass das Etikett noch dran ist. Und kommt mir bitte nicht mit Paragrafen: Es gibt kein Umtauschrecht, nur die Gewährleistung. Ich kenne die Gesetzestexte zum Vertragsrecht, ich habe sie in meiner Ausbildung gelernt.

Wie ich euch sehe "Ich bin nicht im falschen Körper"
Protokollserie "Wie ich euch sehe"
"Wie ich euch sehe" zu Transgender

"Ich bin nicht im falschen Körper"

Ihr größter Wunsch: Frau sein zu können, ohne andere damit zu irritieren. Eine Transgender-Frau erzählt von ihren Erfahrungen im Alltag, im Job - und in der Ehe.   Protokoll von Violetta Simon

Furchtbar finde ich auch, wenn ihr handeln wollt: "Kann man da noch was im Preis machen, wenn ich drei Jacken kaufe?" Nein! Wir wollen fair zu allen Kunden sein und allen den gleichen Preis anbieten. Und so hoch, wie ihr denkt, sind die Margen im Einzelhandel nicht. Ein Teil, das im Laden 100 Euro kostet, kostet im Einkauf 30 bis 40 Euro - je nach Marke. Auch mein Gehalt muss von der Differenz bezahlt werden. Zu viele Rabatte machen uns das Geschäft kaputt.

Ich sehe es euch nach, wenn ihr die Namen von Kleidermarken nicht richtig aussprechen könnt. Aber manchmal erlebe ich schon abstruse Situationen. Eine Kundin hat mich einmal nach "Drei-Balken-Sprit" gefragt. Sie meinte Esprit. Oder die Frage nach Sir Olivier, mit langem "E" am Ende. Keiner ist perfekt, aber versucht doch bitte wenigstens, die Namen richtig auszusprechen. Bei Prosecco und Gnocchi gelingt es euch doch auch. Und hier im Laden heißt das rot-weiß-blaue Label eben Tommy Hilfiger und nicht Tommy Hilfinger. Da ist kein "N"!

Übrigens, liebe Männer: Es kann tatsächlich sein, dass ihr zugenommen habt, wenn ihr nicht mehr - wie bisher - in Größe 52 hineinpasst. Aber eine Tatsache ist auch, dass alle Hersteller ihre Schnitte verschmälern. Ihr dürft also ruhig nach einer Nummer größer fragen. Aber keine Sorge. Wenn ihr euch das nicht traut, gebe ich euch gerne ungefragt eine größere Größe dazu: "Probieren Sie doch mal die hier!"

In dieser Serie kommen Menschen zu Wort, mit denen wir täglich zu tun haben, über die sich die meisten von uns jedoch kaum Gedanken machen. Sie teilen uns mit, wie es ihnen im Alltag ergeht und welche Rolle wir dabei spielen - als nervige Kunden, ungeduldige Patienten, ignorante Mitmenschen.

  • "Brauchen wir länger, tut uns das genauso weh"

    Ständig unter Strom und trotzdem meist zu spät: Ein Pizzabote erzählt, was er riskiert, um seine Lieferung möglichst schnell zum Kunden zu bringen. Und warum er sich oft wie ein Detektiv vorkommt.

  • "Die meisten wollen mich anfassen"

    Zum Jahreswechsel werden wieder kleine Schornsteinfeger-Figuren verteilt. Ein Kaminkehrer erzählt in einer Folge von "Wie ich euch sehe", wie es sich als rußüberzogener Glücksbringer lebt.

  • "Manchmal muss ich regelrecht die Tür verteidigen"

    Frauen, die sich um Ausscheidungen sorgen, Familien, die den Kreißsaal stürmen, Männer, die plötzlich umfallen: Eine Hebamme erzählt in einer Folge von "Wie ich euch sehe", was sie bei Geburten erlebt.