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Wenn Stars zu Architekten werden:Schaffe, schaffe, Schwimmbad baue

Statt einer Rumpelkammer eine Wellnessoase im Keller: Kate Moss hat große Pläne für ihre Londoner Villa. In die Quere kommen könnten ihr die verständnislosen Nachbarn - und der Denkmalschutz. Schmerzlich erfahren musste das auch Madonna, die deswegen in Sportklamotten den Gehweg entlang läuft.

Wird das Model häuslich? Der Verdacht jedenfalls liegt nahe: Kaum mit Musiker Jamie Hince verheiratet, nimmt Kate Moss offenbar den Umbau des gemeinsamen Heims in Angriff. Zu den beiden bereits bestehenden soll ein dritter Ankleideraum hinzukommen, eine freistehende Badewanne soll installiert werden. Der Keller des Anwesens soll für 850.000 Pfund (knapp eine Million Euro) in einen Fitnesstempel umgewandelt werden, Dampfbad inklusive. Das jedenfalls berichtet das britische Boulevardblatt Daily Mirror. Insgesamt fast drei Millionen Euro soll der Umbau des Anwesens in London umgerechnet kosten, die Baupläne seien bereits bei den zuständigen Behörden eingereicht.

Der Stil von Kate Moss

Auf dem Modethron

Pläne, die bei den Nachbarn des britischen Models allerdings nicht so gut ankommen: Der Mirror zitiert einen Nachbarn, der sich über das "abgetackelte Fitnessstudio, wie es sonst die Frauen von Footballspielern haben" mokiert. Doch weitaus größeren Unmut als die innenarchitektonischen Veränderungen rufen die äußerlichen hervor: Auf dem Dach sollen dem Bericht zufolge große Satellitenschüsseln installiert werden, dazu acht Überwachungskameras.

Was nicht ganz abwegig erscheint, schließlich hatte erst im vergangenen Jahr ein Einbrecher wertvolle Gemälde, darunter ein umgerechnet 92.000 Euro teures Banksy-Porträt aus der Villa im Norden Londons gestohlen. Doch die Nachbarn betrachten die Pläne des zur Architektin avancierten Models äußerst skeptisch: Einer sieht in den geplanten Maßnahmen geradezu einen "Affront" gegen das historische Gebäude.

Moss' Domizil stammt aus dem 19. Jahrhundert, vor dem Model und dem Musiker residierte dort dereinst der Autor J.B. Priestly. Heute erinnert eine blaue Plakette an der Fassade des Hauses an seinen berühmten Bewohner. Und genau diese reiche Geschichte des Hauses könnte die Umbaupläne seiner Besitzerin zusätzlich zu den aufmüpfigen Nachbarn durchkreuzen. Das Haus steht unter Denkmalsschutz, Umbaumaßnahmen bedürfen daher einer Sondergenehmigung.

Auskunft in dieser Sache könnte dem Model Pop-Königin Madonna erteilen: Sie hat mit den britischen Denkmalschutzauflagen bereits schmerzlich Erfahrung gemacht. Seit mehr als zehn Jahren lebt die Sängerin mit ihrer Familie im Londoner Stadtteil Marylebone, 2007 erwarb die Multimillionärin zusätzlich das Nachbarhaus. Zusammen sollen die beiden Häuser mindestens schlappe 17 Millionen Dollar wert sein.

Ganz wie Moss es plant, baute Madonna, (anders als Moss) für ihre Fitness-Obsession berüchtigt, dort ein Sportstudio und einen Indoor-Pool ein - angeblich samt dorischer Säulen. Der geplante Durchbruch zwischen den beiden Häusern wurde ihr allerdings von den zuständigen Behörden verwehrt. Der Sängerin bleibt seither nichts anderes übrig, als in Sportklamotten über den Gehweg von Haustür zu Haustür zu huschen.

Vermächtnis der Schlossherren

Noch schwieriger dürfte es für den architekturbegeisterten Hollywood-Star Brad Pitt werden, größere Umbauarbeiten am Äußeren seines Zuhauses durchführen zu lassen: Dessen Geschichte reicht schließlich bis ins zweite Jahrhundert vor Christus. Schloss Miraval in Südfrankreich ist seit drei Jahren das gemeinsame Zuhause Pitts, Angelina Jolies und der gemeinsamen Großfamilie. Zwar verfügt das Anwesen über 35 Zimmer und die zugehörigen Ländereien erstrecken sich über 400 Hektar - Park und Weinberg inklusive. Von außen jedoch wirkt das Weinschlösschen mit seinen sandfarbenen Mauern und den blauen Fensterläden eher bescheiden.

Doch das Innere birgt einen Schatz der Popkultur: Statt eines Fitness- ließ ein Vorbesitzer dort ein Tonstudio einbauen. Der Jazz-Pianist Jacques Loussier hatte das Schloss in den siebziger Jahren gekauft und das Studio Miraval weltberühmt gemacht. Pink Floyd, Sting und die Cranberries haben dort, in der Idylle des Weinbergs, schon ihre Songs eingespielt.

Da weder von Pitt noch von Jolie allerdings großes musikalisches Talent bekannt ist, dürften die Schauspieler mehr Verwendung für die jüngst eingebauten Whirlpools und Saunen haben. Möglicherweise erleichtert das Kellerbad Pitt auch den Abschied von seinem luxuriösen Strandhaus in Malibu - einem architektonischen Traum aus viel Glas und wenig Stahl, direkt am Strand.

Doch offenbar hat sich der Architekturfreund und Schlossherr vorgenommen, in Miraval ebenfalls sichtbare Spuren zu hinterlassen: Das gesamte Mobiliar soll der Schauspieler selbst entworfen haben.