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Weichmacher entdeckt:Verkauf von Fantrikots gestoppt

In den Kindertrikots der Vereine Eintracht Frankfurt und FSV Mainz 05 wurden gesundheitsgefährdende Weichmacher gefunden.

Warentester haben in den Fußball-Fantrikots zweier Vereine der ersten Bundesliga gesundheitsgefährdende Weichmacher entdeckt. Die Stiftung Warentest beurteilte deshalb die Kindertrikots von Eintracht Frankfurt und FSV Mainz 05 als "mangelhaft", wie es in der am Donnerstag erschienen Ausgabe des Magazins Test heißt. Die beiden Vereine stoppten den Verkauf der Hemden und boten einen Umtausch an.

Im Fanshop des Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 sind in Mainz die weiß-roten Trikots für die Heimspiele des Vereins abgehangen worden.

(Foto: Foto: dpa)

Die Warentester hatten Kinder-Fantrikots aller 18 Vereine der ersten Bundesliga sowie der Nationalmannschaft genau unter die Lupe genommen - mit Blick auf mögliche Schadstoffe, aber auch auf Haltbarkeit, Verarbeitung und Passform.

"Vorher keinerlei Kenntnis über den Test"

Dabei fanden die Tester in den Sponsorenaufdrucken auf den Kindershirts der Eintracht und des FSV Main bestimmte Phtalate. Diese Weichmacher können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen, wie Test erläuterte. In der Europäischen Union sind sie für Spielzeug verboten. Die Fanhemden der beiden Vereine landeten damit "am Ende der Tabelle", wie es in der Zeitschrift weiter hieß.

Eintracht Frankfurt erklärte, die Weichmacher seien im Sponsorenaufdruck der aktuellen Heimtrikots entdeckt worden. Es sei jedoch der Verkauf sämtlicher aktueller Trikots - des Heim-, des Auswärts- und Ausweichtrikots - gestoppt worden. Die Verantwortlichen des Vereins hätten "vorher keinerlei Kenntnis über den Test oder gar dessen Ergebnisse" gehabt.

In Absprache mit dem Hersteller Jako werde auch die Beflockung auf den Auswärts- und Ausweichtrikots sowie auf früheren Trikots geprüft.

Das Ergebnis solle kommende Woche vorliegen. Die Sponsorenlogos drucke ein externer Dienstleister auf, der erst seit dieser Saison für Jako tätig sei. Der FSV Mainz erklärte, eine beim Institut Fresenius in Auftrag gegebene eigene Untersuchung habe den zuvor eingegangenen Hinweis der Stiftung Warentest bestätigt. Für den Aufdruck auf den von Nike hergestellten Shirts sei ein externer Dienstleister zuständig, teilten die Mainzer mit. Er sei aufgefordert worden, seine Produktion umzustellen. In Zukunft werde es Tests geben, um die Unbedenklichkeit der Shirts zu garantieren.

Kein "sehr gut" vergeben

In der Gesamtwertung der Warentester hatte im übrigen kein einziges der Kinder-Fantrikots mit "sehr gut" abgeschnitten. Acht Vereinshemden bekamen ein "gut", ebenso die Nationalmannschaft. Die übrigen Hemden wurden als "befriedigend" bewertet - mit Ausnahme eines Trikots, das nur "ausreichend" bekam.

Unter anderem hatte auch der Waschtest die Prüfer nicht in allen Fällen überzeugt. So zeigten acht Trikots schon nach 20 Wäschen stärkeren Verschleiß - bei einem Hemd verklebten die Buchstaben, bei einem anderen warf der Sponsorenaufdruck Blasen. Auch Rückennummern und Spielernamen hätten in einigen Fällen "reichlich angegriffen" ausgesehen.

Andere Trikots wiederum erwiesen sich in der Wäsche als robust, waren den Testern zufolge aber schlampig genäht. Das Mainzer Kindershirt war mit einem mittleren Preis von fast 80 Euro das teuerste im Test - selbst das Fanhemd der Nationalmannschaft lag mit rund 65 Euro deutlich darunter.