Wedding Planner Heiraten ohne Stress?

Bis die Torte steht, vergehen Tage voller Stress. Nach amerikanischer Tradition wollen Wedding Planner nun auch deutsche Brautpaare davor bewahren.

Interview: Charlotte Frank

Die Münchner "ebam Business Akademie" bildet bundesweit Wedding Planner aus. Die Augsburgerin Martina Teuber hat den Lehrgang mitgemacht und verrät, was eine perfekte Hochzeit ausmacht.

Bis alles steht und sitzt, bedarf es einigen organisatorischen Geschicks. Das liegt nicht jedem.

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sueddeutsche.de: Wie wird man Wedding Planner?

Martina Teuber: Wedding Planner ist kein Lehrberuf, deshalb gibt es auch keine vorgeschriebene Ausbildung. Ich habe ein Seminar an der ebam Akademie gemacht. Das dauert vier Tage und kostet 960 Euro. Danach ist man Hochzeitsplaner.

sueddeutsche.de: 960 Euro? Ganz schön viel. Was kriegt man dafür?

Teuber: Man lernt, wie man Hochzeiten so auf die Beine stellt, dass die Paare stressfrei heiraten können. Wir lernen Technisches, wie den Umgang mit Musik-, Licht- und Brunneninstallationen, und klären Versicherungs- und rechtliche Fragen. Und natürlich geht es um Catering, Dekoration und Gesprächsführung mit den Brautleuten.

sueddeutsche.de: Was verlangen die Brautleute von Ihnen?

Teuber: Das ist ganz unterschiedlich. Aber eins haben fast alle gemeinsam: Sie waren schon auf vielen Hochzeiten als Gäste und haben gesehen, wie viel Arbeit das macht. Deshalb wollen sie von mir, dass ich am Tag der Hochzeit als zentraler Ansprechpartner alle Abläufe im Blick habe. Das heißt, wir müssen so vorgehen, dass sie kaum etwas mit der ganzen Organisation zu tun haben und trotzdem alles genau so abläuft und aussieht, wie sie es selbst gemacht hätten.

sueddeutsche.de: Das klingt ganz schön riskant. Wenn Sie mal danebengreifen und das Paar unzufrieden ist, gibt's bestimmt Ärger, oder?

Teuber: Klar, wir organisieren keine Geburtstagsparty. Eine Hochzeit soll das allerschönste Fest im Leben sein, da lastet viel Verantwortung auf den Schultern eines Wedding Planners.

sueddeutsche.de: Haben Sie sich nach einem Hochzeitsfest schon einmal vor zwei richtig enttäuschten Brautleuten wiedergefunden?

Teuber: Richtig enttäuscht noch nie. Nur ein Mal gab es während einer Feier Ärger: Da habe ich auf amerikanische Weise das Hochzeitspaar isoliert an einen Tisch gesetzt, die Familie saß an einem anderen. Das fanden die nicht so gut. Aber gerade deshalb machen wir ja die Ausbildung, da lernt man auch, flexibel zu reagieren, wenn mal etwas nicht so ist, wie es sein soll.

sueddeutsche.de: Und was kostet so viel Service für die Brautleute?

Teuber: Das hängt davon ab, wie teuer das Fest ist. Man muss etwa 10 bis 15 Prozent auf den Preis der Gesamthochzeit draufrechnen. Das klingt jetzt mehr, als es ist. Denn der Gesamtpreis für das Fest wird durch einen Wedding Planner billiger, weil der durch seine engen Kontakte in die Hochzeitsbranche Rabatte bekommt.

sueddeutsche.de: Werden Wedding Planner auch in Deutschland bald so verbreitet sein wie in den USA?

Teuber: Es werden auf jeden Fall mehr, denn die Ansprüche an Hochzeiten wachsen. Und damit wächst auch der Organisationsaufwand.