Wassersport für Kinder "Neopren muss sein"

Auch ein Blick auf das Material lohnt. Das Kind sollte zum Beispiel ein kleines Kindersegel tragen können, ohne dass ein Teil den Boden berührt, erklärt Weinhardt. Außerdem sollte es ein Kindersegel ohne größere Anstrengung aus dem Wasser ziehen und zügig aufrichten können. Auch im Kanusport gibt es kindgerechte Boote, die etwas kürzer und schmaler als die normalen und auf die kürzeren Beine abgestimmt sind.

Für Clausing steht fest, dass die Kinder erstmal im Boot mitgenommen werden sollten, bevor sie selbst ein eigenes besteigen. Dann allerdings heißt es, die Tour auf die Kleinen abzustimmen. "Kinder wollen keine Strecke machen, sondern etwas erleben und rechts und links am Ufer etwas entdecken."

Ohnmachtssichere Westen empfohlen

Deshalb planen Eltern besser ausreichend Pausen mit Picknickmöglichkeiten ein oder steuern Anleger an, bei denen es Eis gibt.

Für die ersten Touren bieten sich seichte Gewässer an. Im Boot müssen die Kinder Schwimmwesten tragen. Die DLRG plädiert für ohnmachtssichere Westen, die den Kopf über Wasser halten, auch wenn man das Bewusstsein verloren hat. Clausing vom Kanu-Verband rät, auf Westen mit Schrittgurt zu achten. "Die rutschen nicht nach oben, so dass die Kinder nicht rausrutschen können." Außerdem sollten die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen und auch eine Weste tragen.

Wichtig ist auch die Kleidung. "Neopren muss sein, selbst an sehr warmen Sommertagen", sagt Weinhardt vom Wassersportschulen-Verband. Die lang- oder kurzärmeligen Anzügen böten nicht nur Kälteschutz, sondern schützten auch vor Sonne und kleinen Verletzungen.

Für Hobbykanuten muss es nicht der Neoprenanzug sein, aber auf jeden Fall eine Kopfbedeckung und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor. "Ersatzkleidung in einem wasserdichten Behälter, wie auch ein Regenschutz sind sowieso ein Muss", sagt Clausing.

Mit dem Wetter steht und fällt die Lust am Wassersport: "Wenn's kalt wird, macht das Surfen oder Segeln vielen Kindern nicht mehr so viel Spaß, dann muss man zulassen, dass sie früher an Land gehen", sagt Juncken. Das bedeutet, auch mal eine Tour ausfallen zu lassen oder den Surfkurs gleich in wärmere Gefilden zu verlegen.