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Warum Menschen ein Hobby brauchen:Kleines Glück

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Die Schweizer Fotografen Ursula Sprecher und Andi Cortellini haben für ihre Serie "Freizeitfreunde" Menschen mit besonderen Interessen besucht - etwa die Pfadfinderabteilung St. Brandan aus Basel.

(Foto: Ursula Sprecher & Andi Cortellini)

Joggen, töpfern, Mandarin lernen: Der moderne Mensch macht vieles, aber nichts richtig. Dabei kommt es darauf an, sich einer Sache ganz zu verschreiben

Q Qualität kommt von Qual. So steht es über der Tür vieler Boxvereine geschrieben. Nur wer hart gegen sich selbst ist, kann die Kampfkunst lernen, das ist die Botschaft, unter der ewig Seil gesprungen, Liegestütze gemacht und gegen den Sandsack gehauen wird. Boxen ist seinem Wesen nach eine Tätigkeit, die sich aus Härte, Frusttoleranz und Schmerzverdrängung speist. Jahrelang muss man trainieren, um sich dann aufs Maul hauen zu lassen. Die Erfolgserlebnisse sind rar, Geld verdient dabei kaum jemand. Und den Besten wird meistens nur an einem Sonntagnachmittag in einer tristen Mehrzweckhalle der Arm zum Sieg gereckt. Boxen bildet das Drama des menschlichen Lebens verdichtet ab. Der Boxring ist die kleinste Schicksalsbühne der Welt. Simon & Garfunkel und Paolo Conte haben die Kämpfe besungen, die dort toben, Ernest Hemingway und Bertolt Brecht darüber geschrieben. Unzählige Schauspieler von Robert De Niro bis Sylvester Stallone haben Boxer oscarreif dargestellt. Weil Boxen nicht nur Arbeit am Körper ist, sondern auch am Charakter. Weil Demut und Selbstüberwindung die Menschen in ihrem Inneren formen.

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