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Wanzen:Der Feind in meinem Bett

Wanzen tauchen auch gerne da auf, wo sich viele Menschen Betten teilen. Jugendherbergen und Hotels gehören zum festen Kundenstamm von Mario Heisig in Berlin. Bei seinem letzten großen Einsatz hat der Schädlingsbekämpfer 35 Zimmer eines Hostels entwanzt. Namen wird er nie nennen, sagt Heisig, Diskretion sei in seinem Geschäft alles, darum fahre er auch immer mit einem neutralen Lieferwagen zu Kunden. Nur eines: Von billigen Pensionen bis zu Sternehotels sei alles dabei.

Große Hotelgruppen schulen mittlerweile ihr Personal, um Bettwanzen zu erkennen. Manche geben sogar Merkblätter mit einer Skizze des Hotelzimmers an das Housekeeping heraus, auf denen Pfeile die Problemzonen kennzeichnen. In der Branche ist das Problem also bekannt, offen reden möchte da aber keiner drüber. Zu groß wäre der Imageschaden. So ist vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband auch nur zu hören, dass die Bettwanze wirklich kein Problem für die Hotellerie in Deutschland darstelle.

Im Hilton in Phoenix ist das ein wenig anders gelagert. Nachdem sie in dem Luxushotel im US-Bundesstaat Arizona von Bettwanzen malträtiert wurde, hat die New Yorker Opernsängerin Alison Trainer die Hotelkette auf fünf Millionen Dollar Entschädigung verklagt. Mehr als 150Bisse durch die Blutsauger habe sie erlitten, erklärte ihr Anwalt. Ihr Bett sei komplett verseucht gewesen, seine Mandantin habe die Tiere sogar auf ihrem Körper entdeckt. Wie in einem schlechten Science-Fiction-Film sei das gewesen. Nun sei sie psychisch ein Wrack, habe Narben am ganzen Körper und müsse medizinisch betreut werden. Die Hilton-Gruppe äußerte sich bislang nicht zu dem Fall.

© SZ vom 26.2.2007
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