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VIP-Klick: Sacha Baron Cohen:Teurer Gag

Das war vielleicht ein Gag zu viel: Der britische Komiker Sacha Baron Cohen ist von einem palästinensischen Friedensaktivisten auf 70 Millionen Pfund verklagt worden.

Der britische Komiker Sacha Baron Cohen ist bekannt für seine derben Witze und seine spektakulären Auftritte. Aber nicht jeder hat Sinn für seinen Humor: Ayman Abu Aita, ein Lebensmittelhändler und Friedensaktivist aus Bethlehem, wirft Cohen vor, ihn im Film "Brüno" vorgeführt zu haben. Cohen hätte sich als deutscher Produzent ausgegeben, der einen Film zur Lage der Palästinener drehen wollte. Nun verklagt er den Komiker auf 70 Millionen Pfund.

Komiker: Sacha Baron Cohen

Witze auf Kosten anderer rechnen sich nicht immer: Sacha Cohen in "Brüno".

(Foto: Foto: ap)

In "Brüno" wird Ayman Abu Aita als Topterrorist der Al-Aqsa-Brigaden gezeigt. Im Juli dieses Jahres lief der Film in den Kinos an. In der Late-Night-Show bei David Lettermann erzählte Cohen, sein Produktionsteam hätte mit Hilfe eines CIA-Agenten den Kontakt zu dem Terroristen hergestellt.

Aita hingegen erzählt eine ganz andere Version der Geschichte. Wie er dem britischen Guardian mitteilte, entstand der Kontakt durch einen befreundeten palästinensischen Journalisten. Dieser wurde von Cohens Produktionsfirma angefragt, ob er nicht einen Interviewpartner vermitteln könne, der sich zur politischen Lage äußern wolle. Aita machte mit und ist seitdem Morddrohungen und Anfeindungen ausgesetzt. Seine Landsleute werfen ihm Verrat an der palästinensischen Sache vor. Sein Geschäft stehe vor dem Bankrott.

Aita, Vater von vier Kindern, wehrt sich nun gegen dieses manipulierte und gekürzte Filminterview. Zusammen mit dem Komiker verklagt der Palästinenser auch David Lettermann, die NBC-Studios und den Filmverleih Universal.

In "Brüno" spielt Cohen einen schwulen österreichischen Moderator einer Modesendung, der nach seinem Rausschmiss in die USA flieht. Dort möchte er endlich den ganz großen Erfolg wie Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger erhaschen und beschließt heterosexuell zu werden. "Brüno" ist ein Mix aus einem Dokumentarfilm und einer Komödie. An den Kinokassen floppte der Film.

© sueddeutsche.de/dog/bre
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