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VIP-Klick: Frederic von Anhalt:Der Prinz für Los Angeles

Es ist sein zweiter Versuch, als Politiker in den USA Fuß zu fassen. Nachdem es mit der Nachfolge von Arnold Schwarzenegger nicht geklappt hat, kandidiert der deutsche Adlige nun für das Amt des Bürgermeisters von Los Angeles. Er selbst rechnet sich große Chancen aus.

"Prince Frederic for Mayor", mit diesem Slogan will der ambitionierte Adlige Bürgermeister von Los Ageles werden. Selbstsicher strahlt der Prinz mit ausgestrecktem Zeigefinger und protzigem Ring von der Plakatwand, für die er 120.000 Dollar hingeblättert hat.

Frederic Prinz von Anhalt will US-Gouverneur werden

Prinz und Hobby-Politiker: Frederic von Anhalt will der nächste Bürgermeister von Los Angeles werden.

(Foto: dpa)

Bei den Wahlen im Jahr 2013 tritt der Adoptivsohn von Marie Auguste Prinzessin von Anhalt als parteiunabhängiger Kandidat an. Und er habe die besten Chancen, glaubt von Anhalt, der nach eigenen Angaben 68 Jahre alt ist. "Ich bin seit 27 Jahren ein Teil von Hollywood", sagte der gebürtige Deutsche und Wahlkalifornier. Die Leute würden ihn kennen, grüßen, gucken und sagen: "Oh, das ist der Prinz."

Bisher wurde die Millionenmetropole von Antonio Villaraigosa, einem erfahrenen Parlamentarier und Gewerkschaftler regiert. Doch in zwei Jahren endet seine Amtszeit. Die größten Herausforderungen, die dann auf Prinz Frederic, achter Ehemann von Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor, und seine Mitbewerber warten, sind die leeren Staatskassen und die Armutsprobleme. Zehntausende Menschen sind in Los Angeles obdachlos. Von Anhalt wohnt zwar im Nobelviertel Bel Air, zweifelt dennoch nicht an der Solidarität seiner potenziellen Wähler: "Die Latinos habe ich alle hinter mir", brüstet sich der Neuling.

Als Bürgermeister will er die Steuern senken, mehr Arbeitsplätze schaffen und illegale Einwanderer einbürgern. Außerdem habe Los Angeles "die schlechtesten Straßen in ganz Amerika", die werde er sofort reparieren lassen. Mit welchem Geld und wie genau er das alles bewerkstelligen will, lässt er offen.

Sein Versuch, 2010 in Kalifornien Nachfolger von Gouverneur Arnold Schwarzenegger zu werden, ging schief. Von Anhalt schaffte es zwar, die erforderlichen 10.000 Unterschriften zu sammeln, um als unabhängiger Kandidat auf den Wahlzettel zu kommen. Doch ein Sturz seiner Frau machte die Pläne zunichte. Gabor erlitt einen Hüftbruch, und ihr Mann stieg aus dem Rennen aus.

Von den neuen Plänen ihres Mannes weiß Zsa Zsa noch nichts. Seit Monaten ist die 94-jährige Schauspielerin bettlägerig und muss rund um die Uhr gepflegt werden. Auch ohne den Rückhalt seiner Gattin ist sich der Hobby-Politiker aber sicher, dass er genau der Richtige ist im liberalen Los Angeles: "Das ist eine verrückte Stadt und das ist gut so. Wenn jeder einen kleinen Tick hat, dann kommen wir alle besser klar." Einen kleinen Tick, den hat Prinz Frederic sicher, ob es 2013 für den Wahlsieg reicht, darf jedoch bezweifelt werden.

© sueddeutsche.de/dpa/sks/vs
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