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Vegetarierin Lydia Guevara:Enkelin der Revolution

Ihre Landsleute essen viel zu viel Fleisch, findet Lydia Guevara, die Enkelin von Guerillaführer Che. Und zieht gegen die Argentinier zu Felde - schwer bewaffnet.

Ehe der Argentinier Ernesto "Che" Guevara 1966 nach Bolivien aufbrach, um dort wie zuvor in Kuba Revolution zu machen, schrieb er seinen Kindern einen Brief. "Wachset auf als gute Revolutionäre", mahnte er seine Nachkommen.

lydia guevara; PETA; AP

Prominente Kämpferin für den Vegetarismus: Che-Enkelin Lydia Guevara

(Foto: Foto: AP)

Nun erregt seine Enkelin Lydia Aufsehen - mit einem Foto in Revoluzzer-Pose. Zwecks Propaganda für die Tierschutzorganisation Peta karikierte sie ihren toten Opa. Sie zog sich aus, stopfte die dunkle Mähne unter ein Barett mit einem fünfzackigen Stern, wie es der Che beim berühmten Foto von Alberto Korda trug, bedeckte ihre Brüste mit zwei Patronengurten, die mit Karotten vollgestopft waren, mutmaßlich aus ökologischem Anbau, und reckte die Faust in die Höhe.

"Schließ Dich der vegetarischen Revolution an", soll die Kampagne heißen, die auch in Deutschland geschaltet werden soll.

Man habe über Freunde erfahren, dass Lydia Guevara Vegetarierin sei, erklärte Petas PR-Mann Michael McGraw. Man sei sofort begeistert gewesen, weil "Argentinien das Fleischland schlechthin" sei. Für weitere Begeisterung dürfte gesorgt haben, dass sie 24 Jahre alt ist und Attribute aufweist, die dem eurozentristischen Schönheitsideal nahekommen. Playmates nimmt man bei Peta auch gerne.

Vor einigen Jahren mussten die Tierschützer einmal eine Kampagne einstellen, weil darin Massentierhaltung mit dem Holocaust verglichen wurde und diesen also, um mit dem Bundesverfassungsgericht zu sprechen, bagatellisierte. Lydia Guevara findet, die Verwendung ihres toten Opas sei keine Frivolität - und auch mit ihrer Familie abgesprochen.

Gefolgt sei sie bloß einem genetischen Impuls. "Ich trage die Revolution im Blut", sagte sie. Von Fleischverächtung durch den Che ist freilich nichts bekannt.

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