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Ursachen der niedrigen Geburtenzahlen:Kinder sind nicht mehr für die Alterssicherung der Eltern verantwortlich

Geht man ganz weit zurück, zeigt sich noch drastischer, wie sich Deutschland verändert hat. Die Frauen des Geburtsjahrganges 1865 hatten noch durchschnittlich 4,7 Kinder geboren. Exakt hundert Jahre später, bei den Frauen des Jahrgangs 1965, waren es nur noch 1,55. Viele Faktoren zählen hier mit: natürlich die bewusste Geburtenkontrolle, vor allem aber, dass Kinder ihre Rolle als Alterssicherung der Eltern zu verlieren begannen. Diese konnten nach der Geburt von zwei Kindern inzwischen damit rechnen, dass beide das Erwachsenenalter erreichen würden; zwei bis drei Generationen zuvor war dies wegen der hohen Sterblichkeit noch nicht der Fall gewesen. Heute wiederum ist mit gar nichts mehr zu rechnen - in Ermangelung nachwachsender Rentenzahler. Sicher ist nur, dass sich nach 40 Jahren Geburtentief das Verhaltensmuster "Kleine Familie, wenig Kinder" verfestigt hat, heißt es in der Studie.