Umfrage zu Vornamen:Des einen Freud, des anderen Jeremy-Pascal

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Kindernamen

Eltern wählen den Namen für ihre Kinder vor allem nach dem Klang.

(Foto: dpa)

Die Namenswahl für das eigene Kind ist eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Eltern. Eine Umfrage der Gesellschaft für deutsche Sprache hat ergeben, dass sie dabei vor allem auf einen schönen Klang achten. Bleibt die Frage, was manche unter "schön" verstehen.

Einen Namen für das eigene Kind zu finden, kann eine schwierige Aufgabe sein. Wenn ein ganzes Land und Tausende Fans royalen Lebens und Wirkens auf den Namen des Neuborenen warten, wenn Wetten abgeschlossen werden, ob das Prinzchen nun George, Henry, Louis oder Nepomuk heißen wird - dann ist die Entscheidung zwar vielleicht besonders bedeutend. Doch auch viele Normalsterbliche brüten oft wochenlang über der richtigen Bezeichnung für das Menschlein, das da heranwächst und bald fröhlich krähend auf der Matte liegen wird.

Schließlich soll der Name nicht nur quer über den Spielplatz gebrüllt werden können, ohne dass Vater und Sohn vor Scham rot anlaufen. Er muss auch noch passen, wenn der liebe Kleine einmal einen multinationalen Maschinenbaukonzern leitet, in die Politik geht oder andere Dinge tut, die sich Eltern für ihre Kinder so ausmalen. Bis der perfekte Name gefunden ist, werden oft kleine Kompromisse zwischen den Eltern geschlossen: "Du darfst den Vornamen aussuchen, wenn das Kind meinen Nachnamen bekommt" sagt etwa der Vater - und denkt, er habe damit einen guten Deal gemacht.

Den meisten Eltern kommt es vor allem darauf an, dass sich der Name schön anhört, hat jetzt eine Umfrage der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) unter 1000 Menschen mit Kindern ergeben. Wobei der Wohlklang bei Mädchen anscheinend wichtiger ist: 79 Prozent der Elternpaare gaben an, beim Namen ihrer Tochter nach dem Klang entschieden zu haben, bei Jungen waren es nur 65 Prozent.

Inspiration durch Freunde und Verwandte

Bleibt die Frage, was sich in den Ohren der Eltern gut anhört. Gehen die viel zitierten Jeremy-Pascals und Jacqueline-Jocelyns nun als wohlklingende Kindernamen durch? Oder liegt das im Zusammenspiel mit einem herzhaften deutschen Allerwelts-Schmidt oder -Meier jenseits der Schmerzgrenze? Immerhin werde "der Zusammenklang des Vornamens mit dem Familiennamen" von vielen auch "als für die Wahl ausschlaggebend genannt", heißt es in der Mitteilung der GfdS. Das wird die ungeborenen Kinder dieser Welt sicher beruhigen - ebenso wie die Tatsache, dass immerhin zwei von fünf Befragten (42 Prozent) besonders wichtig ist, "dass der Name dem Kind im Leben keine Nachteile bringt".

Von wem sich die Eltern in Sachen Namensgebung inspirieren lassen? Meist von Verwandten und Freunden (31 Prozent), hat die Studie ergeben, eher selten von Literatur oder Film (acht Prozent). Wobei festzuhalten ist, dass nicht jeder, der nach dem Charakter eines Hollywood-Blockbusters benannt ist, gleich Frodo oder Gandalf heißen muss. Manchmal sind es auch die Annas und Olivers, deren Namen auf die Filmleidenschaft ihrer Eltern zurückgehen.

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