bedeckt München 18°
vgwortpixel

Tierwelt:Bleib mir weg!

(Foto: Ahmad Kanbar/Unsplash)

Abstand halten ist für manche Tiere gar nicht schwer, sondern vollkommen normal. Sieben Einzelgänger, die auf Gesellschaft pfeifen.

Goldhamster

Artgenossen bedeuten für Goldhamster puren Stress. Sie sind nur alleine glücklich und unterscheiden sich damit von Nagerkollegen wie Meerschweinchen oder Kaninchen. Ihre Abneigung gegen Gesellschaft ist so groß, dass sie Artgenossen totbeißen. Das gilt nicht nur für Haustiere, sondern auch für ihre wild lebenden Verwandten in Syrien.

Maulwurf

Freunde würden dem Maulwurf gar nichts nützen: Er hat ohnehin keine Zeit für sie. Den ganzen Tag ist er mit Buddeln (bis zu 200 Meter lange Tunnelsysteme) und Fressen (rund 40 Kilogramm Regenwürmer und Co. im Jahr) beschäftigt. Andere Tiere vertreibt er mit seinem Pipi, das nach "Bleib bloß weg!" riecht. Wenn das nicht reicht, kann ein Maulwurf kräftig beißen - auch Menschen.

Eisbär

Im Zoo leben oft mehrere Eisbären zusammen. In der Natur aber sind sie überzeugte Einzelgänger und Alleinherrscher über riesige Reviere. Nur in größter Not tun sie sich zusammen. Etwa, wenn sie nicht genug Futter finden und ihr Lebensraum wegschmilzt. Dann stromern sie schon mal gemeinsam durch Dörfer, um nach Futter zu suchen, oder teilen ihr Revier.

Schwarze Witwe

Die einzige Gesellschaft, die Spinnen in ihrem Netz dulden, sind Beutetiere. Doch selbst die krassesten Einzelgänger brauchen einen Partner, um sich zu paaren und Kinder zu bekommen. Die Schwarze Witwe verteidigt dabei ihr Alleinsein bis auf den Tod: Oft frisst das Weibchen das Männchen nach der Paarung auf - so ist sie auch zu ihrem Namen gekommen.

Orang-Utan

Verglichen mit Schimpansen oder Gorillas sind Orang-Utans echte Asi-Affen. Sie sind sehr eigenbrötlerisch, ihr Verhalten erscheint uns viel weniger vertraut als das anderer Menschenaffen. Lange Zeit hielten Forscher die Orang-Utans sogar für dumm, weil sie in Experimenten nicht erkannten, was sie tun sollten. Inzwischen gibt es dafür aber eine andere Erklärung: Wahrscheinlich hatten die Tiere keine Lust, mit den Forschern zusammenzuarbeiten. Auf Gesellschaftsspiele haben sie einfach null Bock.

Tiger

Nur in Kinderbüchern von Janosch haben Tiger Freunde. Und selbst dann ist es kein Artgenosse, sondern ein kleiner Bär. In Wirklichkeit kommen Tiger bestens ohne Gesellschaft zurecht. Auch, weil sie so selbständig sind: Ihre Abendessen fangen sie ohne Hilfe, verteidigen können sie sich prima allein. Der Tiger braucht also keine Kumpels - und sucht deshalb auch keine. Das gilt für viele Großkatzen, zum Beispiel auch für Luchse oder Pumas.

Wildbiene

Bei Bienen denken viele Menschen an ein Volk aus vielen Tausenden von Tieren. So leben aber nur Honigbienen. Ihre wilden Verwandten wie die Gehörnte Mauerbiene sind Einzelgänger und werden sogar Einsiedlerbienen genannt. Das Gute: Ihnen brummt sicherlich nie der Schädel von der ganzen Summerei um sie herum. Und sie müssen auch keiner Königin dienen, sondern sind frei und nur für sich verantwortlich. Allerdings müssen sie auch alles alleine machen, was Honigbienen sich teilen: etwa die Eier mit den Jungen versorgen oder Blütenfutter suchen.

© SZ vom 09.05.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite