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Tierwelt:Bitte nicht stören

Brown-throated 3-Toed Sloth - sleeping (Bradypus variegatus). Costa Rica. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: M.x

Sieht zufrieden aus, dieses Braunkehl-Faultier auf seinem Ast in Costa Rica.

(Foto: imago images)

Das Tierreich ist voller Schlafmützen und Langschläfer. Die einen schlummern in Höhlen, die anderen ruhen im Schatten oder klemmen sich in Astgabeln. Diese sechs sind besonders faul.

Faultiere

So faul sind sie doch gar nicht: Etwa 14 Stunden am Tag sind Faultiere im Regenwald unterwegs, suchen Fressen und flüchten vor Feinden. Zu viel Schlaf wäre da lebensbedrohlich. Übrig bleiben gerade mal zehn Stunden feinster Faultierschlaf. Allerdings: Wenn man sie ließe, könnten die Tiere problemlos doppelt so lang. Das machen ihre Verwandten im Tierpark vor.

Fledermäuse

Sie machen die Nacht zum Tag: Mit bis zu autobahnschnellen 100 Kilometern pro Stunde jagen Fledermäuse Insekten durch die Dunkelheit. Allerdings kostet das nächtliche Rumsausen ziemlich viel Kraft. Nach ein paar Stunden in der Luft kehren die Fledermäuse zurück in ihre Höhle und ruhen sich bis zu 20 Stunden aus.

Orang-Utan

Orang-Utans bauen sich jeden Abend ein neues Bett, hoch oben in den Bäumen. Aus stabilen Ästen entsteht dabei eine Art Lattenrost, der die oft über 100 Kilogramm schweren Tiere problemlos trägt. Mit Blättern und Moos wird das Bett bequem ausgepolstert. Die Mühe lohnt sich: Die Baumbetten schützen die Affen vor Räubern und lästigen Parasiten. Forscher fanden außerdem heraus, dass Orang-Utans besonders tief und lange schlummern. Sie kommen auf bis zu zehn Stunden - deutlich mehr als Affen, die keine Betten bauen.

Koalas

Ihre Leibspeise ist das Geheimnis ihrer Faulheit: Eukalyptusblätter liefern kaum Energie und sind schwer zu verdauen. Um keine Kraft zu verschwenden, klemmen sich Koalas ganz entspannt in einer Astgabel fest, können dort gefahrlos von der nächsten Mahlzeit träumen (bis zu 22 Stunden pro Tag!) und nach dem Aufwachen direkt wieder losfuttern.

Schlafbeutler

Sie sind die absoluten Rekordhalter in Sachen Schlaf. Bei einer Studie schlief ein Schlafbeutler sagenhafte 367 Tage am Stück. Normalerweise sind es aber eher ein paar Monate. Das Besondere: Die mausgroßen Beuteltiere können zu jeder Jahreszeit wegpennen. Das macht sie unabhängiger von den schwankenden Lebensbedingungen in ihrer australischen Heimat. Dürre? Gute Nacht!

Löwen

Löwen liegen die meiste Zeit im Schatten und dösen vor sich hin. Zusammen mit dem Nachtschlaf verschlafen sie so bis zu 18 Stunden. Verstecken müssen sie sich dabei nicht: Welches Tier würde schon wagen, einen schlafenden Löwen zu wecken? Auch kleinere Raubkatzen sind große Schläfer - Hauskatzen schlafen und dösen bis zu 16 Stunden am Tag.

© SZ vom 23.05.2020

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