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Tiere - Mainz:Kommunen sehen Nilgänse am liebsten aus der Ferne

Ludwigshafen/Koblenz (dpa/lrs) - Nilgänse waren oft ein Ärgernis für Kommunen - aktuell scheinen Städte in Rheinland-Pfalz aber weniger Arbeit zu haben mit den aus Afrika stammenden Tieren. "In diesem Jahr hatten wir keinerlei Probleme", sagte Wolfgang Deutsch von der Verbandsgemeindeverwaltung Schweich, wo der Entenvogel wiederholt störend im Schwimmbad anzutreffen war. Besondere Maßnahmen habe der Ort nicht ergriffen, sagte Deutsch. "Eine Erklärung für das Verhalten der Nilgänse haben wir nicht."

Ähnlich äußerte sich die Stadt Koblenz. "Wir verzeichnen in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang der Gänse", teilte Pressereferent Thomas Knaak mit. In der Vergangenheit waren im Freibad Oberwerth am Rheinufer auch schon einmal bis zu 120 Tiere gezählt worden. Der oft mit Krankheitserregern versehene Kot der Tiere musste allmorgendlich aufwendig im Bereich des Schwimmbades entfernt werden. Außerdem verdrängten die Gänse andere Arten wie Stockenten.

"In unserem Freibad werden derzeit an zwei Becken Bauarbeiten durchgeführt", sagte Knaack. "Dadurch steht den Badegästen sozusagen nur das halbe Schwimmbad zur Verfügung." Ob das Fernbleiben der Gänse mit den Bauarbeiten zusammenhänge, sei unklar.

"Die Nilgans gilt in Deutschland als etabliert - eine flächendeckende Beseitigung ist nicht mehr umsetzbar", betonte das Umweltministerium in Mainz. Es gebe allerdings Maßnahmen, um im Fall von naturschutzfachlichen oder gesundheitlichen Problemen einzugreifen.

"Insbesondere sollte den Bürgern vermittelt werden, dass das Füttern der Tiere ein Anwachsen der Population zur Folge hat und den Gänsen den Aufenthalt in der Nähe des Menschen - etwa Liegewiesen oder Freibäder - attraktiv erscheinen lässt", teilte eine Sprecherin mit. Die Jagd auf Nilgänse ist in Rheinland-Pfalz vom 1. November bis 15. Januar zulässig.

"Auch in Ludwigshafen ist eine Zunahme des Bestands zu beobachten. Zusammen mit der heimischen Graugans sowie der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Kanadagans können Nilgänse Fraßschäden in der Landwirtschaft verursachen", meinte Florian Bittler von der Stadt Ludwigshafen. An Badegewässern würden Gänse durch Verkotungen im Ufer- und Liegewiesenbereich stören, dagegen hätten sich unter anderem das Absperren der Badebereiche durch mobile Zäune und das Anlegen von Ablenkungsflächen als hilfreich erwiesen.

Wie andere Kommunen auch hofft die Verbandsgemeinde Schweich, vom verstärkten Aufkommen der Entenvögel verschont zu bleiben. "Im rund 300 Meter entfernten und durch eine Bundesstraße getrennten Moselvorland sind weiterhin eine Vielzahl von Nilgänsen", erzählte Sprecher Deutsch. Er setze darauf, dass die Tiere weiterhin von Besuchen des Freibades Abstand nähmen. "Bei der momentanen regulären hohen Besucherschar zahlender Gäste hätten die Nilgänse ohnehin wenig Platz und Spaß an einem Aufenthalt", unterstrich er.