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Tiere:Immer der Nase nach!

Wer tatsächlich mal von einem Stinktier getroffen wird: Eine Mischung aus Bleiche, Flüssigwaschmittel und Backpulver hilft.

(Foto: mauritius)

Gehen, hören, fühlen. Für manche Tiere ist etwas anderes viel wichtiger. Sie können riechen, wer Feind ist und wer Freund, wie es nach Hause geht und wo es was zu Essen gibt.

Liebesparfüm

Hummer sind keine besonders geselligen Tiere. Treffen sie auf andere Hummer, gibt es meistens Streit. Dann kämpfen die Tiere mit ihren Scheren, bis einer aufgibt oder sogar stirbt. Nur in der Paarungszeit herrscht plötzlich Hummerharmonie. Dann versprüht das Weibchen nämlich einen betörenden Duft. Er rettet ihm sogar das Leben: Für die Paarung streift die Hummerdame nämlich ihren Panzer ab und bleibt danach solange in der Höhle des Männchens, bis ihre Schale wieder hart ist. Normalerweise ist so eine friedliche Hummer-WG undenkbar. Das Männchen bleibt nur deswegen ruhig, weil die Liebhaberin so gut riecht.

Mistinfo

Alleine essen macht keinen Spaß. Deshalb treffen sich Schaben nachts, um gemeinsam unsere Küchen und Vorratskammern zu plündern. Weil es im Kühlschrank oder unter dem Herd ziemlich dunkel sein kann, benutzen sie Duftstoffe im Kot zur Orientierung. Die kleinen Häufchen hinterlassen sie zum Beispiel an ihrem Lieblingsschlafplatz. Artgenossen erschnuppern die Lockstoffe dann und schauen auf einen Plausch vorbei. Die Gerüche entstehen durch Bakterien im Darm der Schabe und unterscheiden sich von Kolonie zu Kolonie. So werden nur die Schaben aus der eigenen Familie angelockt.

Duftzaun

Dachse sind nachtaktiv. Doof nur, dass sie so schlechte Augen haben. Um sich trotzdem auszukennen, markieren sie ihr Revier mit unterschiedlichen Duftstoffen und Kotgruben und bauen sich so eine Art Landkarte aus Duftstoffen. Gleichzeitig sagt das anderen Dachsen: Das ist mein Revier, hier wohne ich, halte dich lieber fern.

Immer dem Fühler nach

Schmetterlings-Männchen sind echte Spürnasen. Genau genommen riechen sie nicht mit der Nase, sondern mit ihren Fühlern. Mit ihnen können sie Weibchen über viele Kilometer hinweg aufspüren. Dafür genügt ihm schon ein winziger Dufthauch. Je stärker der Duft wird, umso näher ist die große Liebe. Der Schmetterling fliegt also immer den Fühlern nach, bis er das Weibchen gefunden hat.

Stinkbomber

Stinktiere tragen ihren Namen nicht umsonst. Sie können einen bestialischen Gestank versprühen. Allerdings passiert das nur in höchster Not. Wenn sie auf einen Rivalen oder Räuber treffen, versuchen sie ihn erst mal geruchslos zu vertreiben. Sie fletschen die Zähne, stampfen mit den Füßen und wedeln drohend mit dem Schwanz. Auch den Po zeigen sie ihrem Angreifer. Wer jetzt nicht Reißaus nimmt, ist selbst schuld. Als letzte Waffe versprühen die Stinktiere nämlich eine stinkende Flüssigkeit - bis zu fünf Meter weit und ziemlich präzise. Der Gestank ist sehr übel (ein bisschen wie verfaulte Eier). Schlägt sogar Kojoten und Pumas in die Flucht.

Hunde-SMS

An Laternen hängen oft Zettel. Wohnung gesucht, Fahrrad zu verkaufen, solche Sachen. Aber auch unten auf Bodenhöhe werden Informationen ausgetauscht. Aus einer kleinen Pinkelpfütze an Laterne, Hausecke oder Baum erschnuppern Hunde etwa wie alt der Hund ist, der gepinkelt hat, ob er gesund ist und seine Paarungsbereitschaft. Das klappt sogar, wenn der andere Hund schon lange weitergelaufen ist.

Fellpflege

Früher wurde der Biber nicht nur wegen seines glänzenden Fells gejagt, sondern auch wegen dem sogenannten Bibergeil. Das ist eine bräunliche, harzähnliche Creme, die der Biber zur Pflege seines Fells und zum Markieren des Reviers nutzt. Lange galt es als Wundermittel gegen Kopfschmerzen oder Fieber. Auch wenn diese Wirkung nie nachgewiesen wurde, ist Bibergeil noch heute beliebt - zum Beispiel als Geschmacksstoff für Eiscreme. Heute muss dafür kein Biber mehr sterben, der Stoff wird künstlich hergestellt.