Tiere:Eifersucht vermeiden - Hund muss sich an Kind gewöhnen

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Zossen (dpa/tmn) - Ein kleines Kind zieht die ganze Aufmerksamkeit von Herrchen und Frauchen auf sich. Das verträgt manch ein Hund nicht gut. Wenn Hundehalter es richtig angehen, lässt sich Eifersucht aber vermeiden.

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Zossen (dpa/tmn) - Ein kleines Kind zieht die ganze Aufmerksamkeit von Herrchen und Frauchen auf sich. Das verträgt manch ein Hund nicht gut. Wenn Hundehalter es richtig angehen, lässt sich Eifersucht aber vermeiden.

Nicht jeder Vierbeiner begrüßt ein neues Familienmitglied mit freundlichem Schwanzwedeln: "Probleme zwischen Hunden und Kindern gibt es immer mal wieder, gerade auch, wenn ein neues Baby in die Familie kommt", sagt Ariane Ullrich vom Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen (BHV). "Was man landläufig als Eifersucht bezeichnet, ist vor allem eine negative Verknüpfung", sagt die Verhaltensberaterin. Wird der Hund ignoriert, ferngehalten oder ausgeschimpft, verbinde das Tier die Anwesenheit des Neugeborenen schnell mit negativen Erfahrungen.

Im schlimmsten Fall bedrängt der Hund das Neugeborene, schnappt nach ihm oder sorgt mit Bellen und Knurren für Stress bei allen Beteiligten. "Diese gefährliche Situation können Hundehalter entschärfen, wenn sie dem Tier die Gelegenheit geben, sich an den neuen Geruch im Haushalt zu gewöhnen", empfiehlt Ullrich. Getragene Kleidung oder Windeln seien dafür geeignet. "Führen Sie das Tier an den neuen Bewohner heran, indem es ihn in Ruhe betrachten darf, während Sie es sicher auf dem Arm halten." Ist der Hund dabei zu stürmisch oder unsicher, kann es zwischendurch auch immer wieder ein Leckerli zur Ablenkung und Beruhigung geben.

Aber nicht nur aufdringliches oder aggressives Verhalten ist ein Zeichen dafür, dass der Hund die neue Situation nicht gut wegsteckt - Rückzug, Teilnahmslosigkeit oder ängstliches Verhalten sind ebenso Alarmzeichen. "Es kommt darauf an, dass die Halter dann Ruhe ausstrahlen", sagt Ullrich. Um negative Verknüpfungen zu vermeiden, sei es sinnvoll, dem Hund positive Erlebnisse in Gegenwart des Kindes zu schaffen. "Das kann zum Beispiel ein besonderes Leckerli sein, das es immer dann gibt, wenn das Neugeborene hinzu kommt. Oder aber ein gemeinsamer Familienspaziergang."

Vorbereitend sei es sinnvoll, Veränderungen im Tagesablauf bereits vor der Ankunft des Neugeborenen im gemeinsamen Zuhause mit dem Hund einzuüben - dann werden sie nicht mit dem Kind verknüpft. "Etwa, wenn der Hund zu bestimmten Zeiten in seine Box soll, damit er nicht zwischen den Beinen herumwuselt", erläutert Ullrich. Babygeräusche von CD seien eine weitere Möglichkeit, das Tier rechtzeitig auf die Ankunft des neuen Familienmitglieds vorzubereiten.

"Idealerweise verbringt der Partner, der sich nicht vorrangig um den Säugling kümmert, mehr Zeit mit dem Hund", empfiehlt die Verhaltensberaterin, die selbst fünf Kinder und drei Hunde hat. "Denn das Tier braucht auch weiterhin ausreichend Auslauf und Beschäftigung." Ist das gewährleistet, sind in der Regel auch gelegentlich Pausen in der Box oder dem Liegeplatz kein Problem. Gut wäre es, wenn das Tier von dort aus die neuen Vorgänge entspannt beobachten und sich so an sie gewöhnen kann.

Von einer zeitweisen Ausquartierung des Vierbeiners rät Ullrich dagegen ab - auch wenn die Halter fürchten, dass sie die Situation überfordern könnte oder sie sich zunächst lieber allein auf die neue Situation einstellen wollen. "Hunde können generell sehr gut mit Veränderungen umgehen. Deshalb ist es sinnvoll, dass sie dabei sein und mitlernen dürfen", sagt die Expertin.

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