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Tiere - Düsseldorf:Hinweis auf neuen Wolf in NRW: "Wolfsverdachtsgebiet" kommt

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen hat sich wahrscheinlich ein weiterer Wolf angesiedelt. Fotos und genetische Spuren an gerissenen Nutz- und Wildtieren legten nahe, dass ein Wolf im Oberbergischen Land ortstreu geworden sei, teilte das Umweltministerium in Düsseldorf am Dienstag mit. Derselbe Wolf sei auch im Landkreis Neuwied im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. Es handele sich um ein weibliches Tier. Noch in dieser Woche werde ein "Wolfsverdachtsgebiet" für die Region ausgewiesen.

In Nordrhein-Westfalen haben sich seit 2018 drei Wölfe angesiedelt. Die Gebiete legen weit voneinander entfernt in der Region um Schermbeck nördlich des Ruhrgebiets, in der Eifel und in der Senne bei Bielefeld.

Diskussionen gibt es vor allem um die Wölfin aus dem Gebiet um Schermbeck: Immer wieder hat das Tier Zäune überwunden und auf Weiden Schafe getötet. Im November hatte das Umweltministerium erklärt, dass das Monitoring in dem Gebiet intensiviert werde. Umweltstaatssekretär Heinrich Bottermann betonte, der Wolf sei ein streng geschütztes Tier.

In dem neuen Wolfsverdachtsgebiet können die Halter von Ziegen und Schafen nun Förderung bei der Anschaffung von Herdenschutzzäunen erhalten. Der Präsident des Landesumweltamtes Thomas Delschen berichtete, dort habe im Juli 2019 erstmals ein Wolf ein Tier gerissen. Seitdem seien insgesamt 15 Risse gemeldet worden, von denen zwölf aber noch nicht geklärt seien.

"Die Häufung ist der Anlass", sagte Delschen über die frühe Ausweisung des Verdachtsgebietes. Denn es gebe die Gefahr, "dass der Wolf sich an den gedeckten Tisch gewöhnt".

Bundesweit sind inzwischen 105 Wolfsrudel, 25 Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe erfasst. Das Raubtier kommt vor allem in Ostdeutschland und in Niedersachsen vor. In NRW leben die Wölfe bislang alleine. Es sei möglich, dass sich auch ein Rudel ansiedele, sagte Bottermann.

Das neue "Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land" ist 902 Quadratkilometer groß. Es umfasst Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Oberbergischen Kreises und des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dazu gehören unter anderem die Städte Engelskirchen, Overath, Hennef und Lohmar sowie die Bereiche von Bad Honnef, Königswinter und Siegburg östlich der Autobahn 3.

Die Förderung etwa von Schafhaltern in Wolfsgebieten beim Herdenschutz ist bislang auf einen Betrag von 20 000 Euro innerhalb von drei Jahren begrenzt. Für große Herden reiche der Betrag nicht, sagte Bottermann. Die Landesregierung habe bei der EU-Kommission einen Antrag auf Aufhebung der Begrenzung gestellt. In diesem Jahr stehen in NRW 885 000 Euro für Prävention in Wolfsgebieten zur Verfügung.