bedeckt München

Tiere:Brrrrrrrrrr!

Baden gerne in heißen Bergquellen: Rotgesichtsmakaken

Manche Tiere verschlafen den Winter einfach, andere lassen sich einen dicken Pelz wachsen. Manche begegnen der kalten Jahreszeit aber auch mit abgefahrenen Tricks: Sechs Beispiele von Schrumpfknochen bis Spezialaugen.

Text: Hannah Lena Weber; Illustration: Marika Marini

Winterwellness

In Japan lebt eine Affenart mit knallrotem Gesicht, die dank flauschigem Fell und Superdurchblutung eigentlich bestens für harte Winter gerüstet ist. Trotzdem versüßen sich die Rotgesichtsmakaken die kalte Jahreszeit gerne mit einem ausgiebigen Dampfbad in heißen Bergquellen. Sie wärmen sich damit nicht nur auf, sondern bauen auch Stress ab.

Schrumpfschub

Die Spitzmaus richtet ihre Körpergröße nach der Jahreszeit. Sobald es kälter wird, schrumpfen ihre Knochen. Im Winter ist sie deshalb etwa 20 Prozent kleiner als im Sommer. Das hat einen praktischen Grund: Im Winter ist die Futtersuche anstrengender und ein kleiner Körper benötigt weniger Nahrung. Im Frühjahr wächst die Maus dann wieder auf ihre normale Körpergröße an - und ihr Appetit gleich mit.

Kleidertausch

Wollsocken gegen kalte Füße? Darauf kann das Schneehuhn getrost verzichten. Im Winter tauscht das Huhn sein braunes Federkleid gegen ein weißes und viel dichteres Winteroutfit aus. Sogar an den Krallen tragen die Schneehühner im Winter Federn. Die halten nicht nur warm, sondern dienen wie Schneeschuhe dafür, nicht im Schnee zu versinken

Farbenwechsler

Rentiere leben in der Nähe des Polarkreises. Im Winter gibt es dort kein Sonnenlicht, im Sommer hingegen ist es fast immer hell. Damit die Rentiere trotz extremer Dunkelheit im Winter etwas sehen können, verändert sich ihre Augenfarbe. Im Sommer leuchten ihre Augen golden, im Winter tiefblau. Die Sommeraugen reflektieren das Licht, die Winteraugen streuen es und sind dadurch sehr lichtempfindlich. So können die Rentiere auch bei Dunkelheit auf Futtersuche gehen.

Zuckerschutz

Keine Bewegung, kein Herzschlag: Man könnte meinen der nordamerikanische Waldfrosch wäre mausetot. Dabei legt der Frosch im Winter einfach eine kleine Frostphase ein. Seine Körpertemperatur sinkt dabei auf bis zu -18 Grad — das ist kälter als eine normale Tiefkühlpizza. Im Frühjahr taut der Frosch dann einfach wieder auf. Möglich macht das eine Art Frostschutzmittel in seinem Körper, das im Wesentlichen aus Zucker besteht.

Zitter-Party

Honigbienen fangen bei Kälte an zu zittern, um sich aufzuwärmen. Das gemeinsame Flügelzittern wärmt den Bienenstock selbst bei Minusgraden auf kuschelige 20 Grad auf. Allerdings ist das Gezitter auch irre anstrengend. Deshalbbrauchen Bienen Honig als Energiespender . Wurden der vom Menschen gemopst, reichen im Tausch auch ein paar Schalen Zuckerwasser.

© SZ vom 21.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema