Thema der Woche:Sternstunde

Lesezeit: 1 min

Thema der Woche: Wie viele Sterne gibt es auf der Flagge der EU? Genauso viele wie auf diesem Bild...

Wie viele Sterne gibt es auf der Flagge der EU? Genauso viele wie auf diesem Bild...

(Foto: Olesia Sekeresh)

Die Europäische Union hat am 9. Mai so was wie Geburtstag. Was genau es mit diesem besonderen Tag auf sich hat und warum er auch in Zeiten des Krieges in der Ukraine ein Grund zum Feiern, Freuen und zur Hoffnung ist.

Von Stefan Ulrich

Am Montag feiern Deutschland und viele andere Länder Europatag. Er soll jedes Jahr daran erinnern, dass am 9. Mai 1950 der französische Politiker Robert Schuman einen revolutionären Plan vorgestellt hat: Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg empfahl er, die Kohle- und Stahlindustrie beider Länder gemeinsam zu organisieren. So wollte er Kriege zwischen Deutschen und Franzosen unmöglich machen. Es war die Geburtsstunde des vereinten Europa.

Tatsächlich gab es seither zwischen den Ländern, die dabei mitmachten, keine Kriege mehr. Das ist ein Grund zum Feiern. Doch dieses Jahr ist alles anders. Russland hat die Ukraine überfallen, seit Februar herrscht Krieg in Europa. Die beiden Staaten gehören zwar nicht zur Europäischen Union, trotzdem sitzt der Schrecken dort tief. Das hat die 27 Mitgliedstaaten und die Menschen in der EU stärker zusammenrücken lassen. Gemeinsam helfen sie der Ukraine - mit Geld, Nahrung und Waffen. Zusammen versorgen sie Millionen ukrainische Geflüchtete. Vereint beschließen sie Sanktionen, um die russische Kriegsmacht zu schwächen, und überlegen, wie die EU unabhängiger werden kann, etwa von russischem Gas.

Ein Ziel des russischen Präsidenten Wladimir Putin war es, die EU zu spalten. Das Gegenteil ist der Fall. Nun ist es Aufgabe der Europäer, auch einig zu bleiben, wenn Tanken und Heizen noch teurer werden, viele weniger Geld haben oder sogar ihre Arbeit verlieren. Dass das schwierig werden könnte, zeigt sich am geplanten Ölembargo, das Länder wie Ungarn oder die Slowakei nicht mittragen wollen. Doch die Geschichte seit Schumans Rede hat gezeigt, dass die Menschen in einem vereinten Europa friedlicher, freier und besser leben. Es lohnt sich, dieses Europa auszubauen. Die Ukraine gehört vielleicht irgendwann dazu. Und möglicherweise ja auch ein Russland nach Putin, das friedlich und demokratisch geworden ist?

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB