Thema der Woche:Schnuppen gucken

Lesezeit: 1 min

Thema der Woche: Illustration: Yuxing Li

Illustration: Yuxing Li

Gerade sieht man nachts sehr viel mehr Sternschnuppen am Himmel als gewöhnlich. Hinter dem funkelnden Spektakel stecken die Perseiden. Über den schönsten Dreck der Welt und die knifflige Sache mit den Wünschen.

Von Nina Himmer

Normalerweise ist Vollmond toll. Er ist Nachtlicht für den Himmel, Schattenwerfer, Sehnsuchtskugel, Milchglanzspender. Dumm nur, dass man ihn nicht dimmen kann. Sein helles Licht verhagelt dieses Wochenende nämlich ein gewaltiges Spektakel: die Perseiden. Das ist ein Sternschnuppenschauer, der jedes Jahr im August seinen Höhepunkt erreicht. Was man sonst nur mit sehr viel Glück und Geduld sehen kann, saust dann durch den Nachthimmel wie ein zartes Feuerwerk.

Früher dachte man, dass mit jeder Sternschnuppe winzige Sternenstückchen zur Erde fallen. Die Wahrheit ist etwas weniger romantisch: Was wir da verträumt anseufzen, ist Weltraumdreck. Splitter von Kometen und Miniplaneten, Eis- oder Staubbrocken zum Beispiel. Gerade kreuzt die Erde die Staubspur eines Kometen namens Swift-Tuttle. Wenn die winzigen Teilchen mit etwa 250 000 Kilometer pro Stunde (zehnmal schneller als ein Spaceshuttle!) auf die Erdatmosphäre treffen, beginnt das große Leuchten. Durch die starke Reibung beim Eintritt in die Lufthülle der Erde verglüht der Weltraumdreck. Das erinnert ein wenig an das glimmende Ende eines Kerzendochts, das man früher Schnuppe nannte. Daher haben Sternschnuppen wohl ihren Namen - bei uns: In Frankreich nennt man sie Sternenfäden, in den USA Schießsterne und in Spanien faule Sterne.

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben die Sternschnuppen gefunkelt, bis zu hundert pro Stunde. Wäre da nur nicht dieser Spielverderber-Mond! Der Schauer dauert aber bis zum 24. August. Es ist also noch Zeit, um mit den Augen auf Sternschnuppenjagd zu gehen. Ähnlich wie beim Wimpernpusten soll man auch für eine erspähte Schnuppe einen Wunsch frei haben. Der geht aber angeblich nur in Erfüllung, wenn man ihn nicht verrät. Falls also jemand fragt, einfach sagen: Was ich mir wünsche? Kann dir doch schnuppe sein!

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB