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Thema der Woche:Psst, geheim

NASA s Mars Perseverance rover acquired this image during its descent to Mars, using its Parachute Up-Look Camera A. Th

Warum ist das so unregelmäßig? Nach fünf Tagen knackten Rätselcracks aus dem Internet den Farbcode auf dem Nasa-Bremsfallschirm

(Foto: imago)

Vergangene Woche landete die Nasa ihre Sonde "Perseverance" auf dem Mars. Viele verfolgten das Manöver im Livestream. Noch nie hat man eine Landung so genau mitverfolgen können. Aber ein Rätsel blieb bis zuletzt.

Von Georg Cadeggianini

Lolli? Spitzerdreck? Lampion? Alles viel zu klein. Auf dem Bild sieht man einen Weltraum-Fallschirm von unten, Durchmesser 21,5 Meter und ein riesengroßes Rätsel. Der Fallschirm ist der, der vergangene Woche die Nasa-Sonde im Landeanflug auf den Mars abgebremst hat. Die roten und weißen Streifen sind wichtig für so einen Fallschirm. Daran erkennt man auch aus der Ferne gut, ob der Fallschirm richtig aufgebläht ist oder sich etwas verdreht hat. Hier passt alles.

Was aber komisch ist: Die Streifen sind nicht abwechselnd verteilt, sondern ziemlich unregelmäßig. So, als ob ein Betrunkener mitgemacht hätte. Wurscht wie, Hauptsache das Ding hält? Quatsch. In Wahrheit ist da ein Digitalcode eingenäht. Eine rote Fläche steht dabei für eine 1, eine weiße für eine 0. Dieses Zahlenmonstrum kann man dann über einen Code Buchstaben zuordnen und erhält so irgendwann Worte... Die Idee dazu hatte einer der Ingenieure und nur sechs Menschen bei der Nasa wussten Bescheid.

Geheim blieb das Fallschirmrätsel genau fünf Tage. So lange brauchten Rätselcracks aus dem Internet: "Dare mighty things", entschlüsselten sie. Auf Deutsch: großartige Dinge wagen. Das Zitat stammt von Theodore Roosevelt. Er gilt als der erste moderne US-Präsident (und außerdem Namensgeber des Teddybären). Im äußeren Fallschirmring sind Koordinaten versteckt. Sie führen nach Los Angeles zum Missions-Hauptquartier. Puh, ziemlich eingebildet, oder? Was hättest du auf dem Fallschirm versteckt?

Einfacher als dieser Digitalcode ist die Caesar-Verschlüsselung. Der römische Kaiser Julius Caesar hat damit Nachrichten codiert. Wenn er Post zu seinen Soldaten schickte, sollte nicht jeder die Anweisungen mitlesen können. Dabei hat er jeden Buchstaben im Alphabet verschoben, etwa um einen nach hinten: "hvu hfnbdiu", steht dann da zum Beispiel. Oder man verschlüsselt die Buchstaben mit Farben so wie in der Mitte des Textes hier. Bekommst du es raus?

© SZ vom 27.02.2021
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