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Thema der Woche:Auf Zickzack

„Der DAX geht durch die Decke.“ Gemeint ist: Der deutsche Aktienindex erreichte im Februar ein Rekordhoch. Illustration: Stephan Dybus

Die Börse ist ein Marktplatz, auf dem nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit der Zukunft gehandelt wird. Wie funktioniert das? Und was hat das alles mit dem DAX zu tun?

Er ist knallgelb, schmeckt nach Pommes und wenn man ihn in die Gegend spuckt, wächst eine Blume daraus: So ein Wunder-Kaugummi wäre eine tolle Sache. Aber um ihn zu entwickeln, bräuchte man ein Labor, Wissenschaftler, Testkauer und natürlich jede Menge Pommes-Aroma. Ganz schön teuer!

Erwachsene kennen dieses Problem: Auch sie haben manchmal gute Ideen, aber kein Geld für die Umsetzung. Dann können sie an die Börse gehen. Die Börse ist eine Art Geldbeschaffungsmaschine. Dort gibt es viele Menschen, die Euros in Ideen stecken. Einfach so gibt sein Geld aber natürlich niemand her. Man bekommt etwas dafür: Anteile an einer Idee und ein Stück Papier, das sich Aktie nennt. Wer Aktien einer Firma besitzt, darf mitbestimmen, wer dort Chef wird und bekommt außerdem etwas vom Gewinn der Firma ab, wenn es gut läuft. Je vielversprechender ein Unternehmen ist, desto mehr Menschen wollen seine Aktien kaufen.

Das Spannendste: An der Börse macht man Geschäfte mit den Erwartungen an die Zukunft. Ob man Geld verliert oder gewinnt, hängt davon ab, wie sich eine Firma schlägt. Genau wissen kann das vorher niemand. Man braucht Erfahrung, Gespür und ein bisschen Glück. Es könnte zum Beispiel sein, dass die ersten Pommesstreifen sofort ausverkauft sind. Die Aktie steigt. Dann gibt es vielleicht Gerüchte, dass man von den Dingern fiese Pickel bekommt - und schon verlieren die Aktien an Wert.

Mit den 30 größten und wichtigsten Unternehmen aus Deutschland ist das nicht anders. Sie sind im Dax zusammengefasst. Das klingt nach nachtaktivem Tier, ist aber die Abkürzung für "Deutscher Aktienindex". Der gibt mit einer Zickzacklinie an, wie sich die Aktien all dieser Unternehmen zusammen entwickeln. Gerade geht es steil bergauf. Siemens gehört zum Beispiel dazu, BMW und die Deutsche Bank auch - ein Kaugummikonzern bisher aber nicht.

© SZ vom 22.02.2020
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