Tagebuch aus Japan:17. März: "Ich bringe meine Familie weg"

Tokyo exodus

Gute Miene zur Katastrophe: Dieses Mädchen trägt einen Mundschutz mit grinsendem Katzenmund.

(Foto: dpa)

Miho Tsujii, Künstlerin und Übersetzerin, lebt und arbeitet in Tokio. Auf dem Weg nach Osaka. Eintrag vom 17. März 2011:

Ich bringe gerade meine Familie weg aus Tokio. Ich will nicht, dass sie der nuklearen Gefahr ausgesetzt ist. Ich selbst möchte am Freitag nach Tokio zurückkehren, um zu arbeiten.

In den letzten Tagen habe ich viele Nachrichten von Freunden aus aller Welt bekommen - per Twitter, Skype, Telefonanrufe. Eine Mail aber habe ich von einem Hotel in Ägypten erhalten, in dem ich einmal war, in Siwa, einer Oase nahe der Grenze zu Libyen. Diese Worte haben mich so bewegt, dass ich weinen musste:

"We are deeply saddened by the natural disasters that have struck Japan last week, and would like to convey to you and the great People of Japan that we share your pain and sorrow. The dignity and courage with which you are confronting this tragedy is admirable. Japan has over the years remembered Egypt in times of difficulty. Now, in our own modest way, we wish to express our feelings of care and solidarity."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB