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Stilkritik: Brigitte:Es geht auch ohne

Es gibt da eine super Frauenzeitschrift, die jetzt endlich gegen den Magerwahn steuert. Mit einer Diät.

Früher gab es wohl in jeder Klasse eine Brigitte. Die Brigitte hörte zwar lieber Billy Joel und Whitney Houston als die Housemartins und Cindy Lauper, und sie mochte lieber Stricknachmittage, gemütliche Essen und lange Spaziergänge als Partys. Aber unbeliebt war die Brigitte trotzdem nie. Für ihre Freundinnen ging sie durchs Feuer, und die Mädchen in ihrer Klasse wunderten sich oft, warum sie es nie schafften, die Brigitte zu verkuppeln.

Brigitte; oh

Dicke, ältere Damen sind trotzdem nicht vorne drauf: Das Cover der ersten modelfreien Brigitte. Dem Heft liegt übrigens eine Kalorientabelle für die Handtasche bei.

(Foto: Foto: oh)

Im Ton-in-Ton-Twinset

Neulich haben wir die Brigitte auf einem Klassentreffen wiedergesehen. Sie hatte ein paar Pfunde zugelegt, die sie patent durch ein legeres Ton-in-Ton-Twinset kaschierte, sonst sah sie eigentlich aus wie immer. Sie war freundlich zu jedem, und man konnte mit ihr immer noch über alles reden. Sie erzählte, dass sie ihre Unabhängigkeit genieße und gern mit ihren Freundinnen verreise und dass sie Bankerboni doof und Obama toll finde.

Dann sagte die Brigitte noch, dass sie froh sei, dass die schrecklichen Nullerjahre nun vorbei seien, mit ihrer Beziehungslosigkeit, ihrem Egoismus und Schönheitswahn. Und dass es da eine super Frauenzeitschrift gebe, die jetzt endlich gegensteuere und nicht mehr mit Models arbeite, sondern nur noch mit ganz normalen Frauen. "Schließlich muss man kein Model sein, um großartig auszusehen." Die Menschen um sie herum nickten viel an diesem Tag, wer wollte da auch widersprechen?

Später wollte Brigitte dann nicht mehr mit den anderen in die Kneipe. "Kein Alkohol, ich mache Diät", sagte sie entschuldigend und wurde etwas rot dabei. Dann rief sie in die erstaunte Runde: "Die Diät war auch in der Zeitschrift. Aber nicht so eine fiese! Eine echt gesunde, bei der ich auf meinen Körper achte!"

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